Krankheitszeichen der Multiplen Sklerose

Großhirn: Fatigue und Depressionen, Konzentrationsschwäche, Kognitive Störungen. Kleinhirn: Sprachstörungen, Koordinationsstörungen, Ataxie. Sehnerv: Sehstörung. Hirnstamm: Sprachstörungen, Schluckstörungen, Doppelbilder. Rückenmark: Sensorische Funktionsstörungen, Muskelspannung, Muskelsteifheit, Tremor, Darm- und Blasenfunktionsstörungen, Sexuelle Funktionsstötungen, Osteoporose.
© schmid:heilig/Biogen

Die Symptome der Multiplen Sklerose hängen von der Lokalisation der Entzündungsherde (Läsionen) im Gehirn und Rückenmark ab. Die meisten Patienten leiden unter mehr als einem Symptom. Dabei treten einige Multiple Sklerose Symptome häufig, andere sehr selten auf.

Zu Beginn der MS bilden sich die auftretenden Beeinträchtigungen meist vollkommen oder bis auf geringfügige verbleibende Störungen zurück. Im Verlauf verändert sich die Qualität der MS Symptome. Es kommen neue Beschwerden hinzu, die zum Teil bestehen bleiben. Ausmaß und Schweregrad der Symptome nehmen mit der Dauer der Erkrankung oft zu, doch treten einige Störungen nur vorübergehend auf. Es herrscht also ein ständiges "Kommen und Gehen". Dieser Verlauf ist charakteristisch für die Multiple Sklerose.

Der Beginn der MS

Mit verschiedenen Kribbel- oder Taubheitsgefühlen in Armen oder Beinen meldet sich die Multiple Sklerose (MS) bei rund 30 % aller Patienten zum ersten Mal. Auch Sehstörungen (Beeinträchtigung der Sehschärfe oder Doppelbilder) gehören zu den frühen Symptomen.

Bei fast jedem fünften Patienten äußert sich die MS zunächst durch Geh- und Gleichgewichtsstörungen, jeder zehnte ist mit einem Gefühl der Kraftlosigkeit, häufig in den Beinen, konfrontiert.

Der weitere Verlauf

Im Verlauf der Erkrankung kann sich die Symptomatik verändern: Schwäche der Gliedmaßen bis hin zu Lähmungen, sowie zusätzliche Gefühlsbeeinträchtigungen im Gesicht und am Rumpf treten mitunter auf.

Weiterhin können bei manchen Patienten starke Müdigkeit und Erschöpfung, sowie Blasenprobleme, Schmerzen und sexuelle Störungen auftreten.

Häufig verhalten sich die Patienten beim Gehen unsicher und bewegen sich schwankend. Dies kann verschiedene Ursachen haben: die Beeinträchtigung des Sehvermögens, Schwäche oder Steifigkeit der Gliedmaßen oder auch Koordinationsstörungen der Beine.

MS-Therapien haben zum Ziel, den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen: zB. die Behinderungsprogression zu verlangsamen oder die Gehfähigkeit verbessern zu können.

Hinweise auf den Krankheitsverlauf

In den späteren Stadien können die Beschwerden mit dauerhaften Lähmungen verschiedenen Grades einher gehen. Auch das Auftreten von Zittern („Tremor“) ist möglich. Feinmotorische Handlungen sind erschwert oder unmöglich.

Für einen günstigen Verlauf sprechen folgende Anzeichen:

Einen eher ungünstigen Verlauf lassen folgende Anzeichen erwarten:

Diese Anzeichen für einen günstigen oder ungünstigen Verlauf der MS sind Erfahrungswerte, können den tatsächlichen Verlauf jedoch nicht mit Sicherheit vorhersagen. So kann es auch nach jahrelangem günstigen Verlauf zu einer einbruchartigen Verschlechterung mit dauerhaften Beeinträchtigungen kommen. Umgekehrt besteht auch in fortgeschrittenen Stadien Hoffnung auf einen Stillstand oder auch auf eine Besserung der Krankheit.

ALL-GER-0367