Gefühlsstörungen

Gefühlsstörungen werden oft zunächst nicht als Anzeichen einer MS erkannt, da sie sehr unterschiedlich ausgeprägt und unspezifisch sind. Je nachdem, welche Nervenregionen betroffen sind, unterscheiden sich die Bereiche, in denen die Gefühlsstörungen auftreten, sowie die Art dieser Störungen. Meistens sind bestimmte Bereiche – in der Regel Arme und Beine – betroffen. Zu Beginn der Erkrankung sind die Symptome meistens vorübergehend und bilden sich nach einiger Zeit wieder zurück.

Beschrieben werden häufig ganz verschiedene Missempfindungen (Parästhesien): Taubheitsgefühle, „Ameisenlaufen", „unter den Fußsohlen ein Gefühl wie Watte", „als ob mir ein Panzer den Brustkorb einschnüre", Kälteüberempfindlichkeit oder „elektrisierende Schläge entlang der Wirbelsäule".

Formen der Parästhesien:

  • Oberflächenparästhesien sind am häufigsten und äußern sich in Form von „Ameisenlaufen" oder „Kribbeln".
  • Bei Tiefenparästhesien wirken die Gelenke oft eingeschnürt oder bandagiert. Außerdem gibt es das Gefühl, ein Band, Gürtel oder Panzer liege um den Brustkorb oder Bauch. Doch auch das Gegenteil kann auftreten: ein ballonartiges, aufgeblähtes Gefühl an Knie- oder Fußgelenken.
  • Thermparästhesien sind Kältemissempfindungen an den Extremitäten. Einige Patienten haben das Gefühl, ihre Extremitäten seien kalt oder nehmen Kälte an bestimmten Körperregionen besonders intensiv oder sogar schmerzhaft wahr.

Bei Missempfindungen entlang der Wirbelsäule, die von Patienten als „elektrisierend“ oder „als Schlag ins Kreuz“ beschrieben werden, handelt es sich um ein Nacken-Beuge-Phänomen (Lhermitte-Zeichen). Ausgelöst wird es durch eine Vorwärtsbewegung des Kopfes sowie vereinzelt durch Husten, Niesen oder andere plötzliche Bewegungen.