Sexuelle Störungen

Eine erfüllte Sexualität ist für viele Menschen ein zentraler Aspekt für ein zufriedenes Leben. Über sein Sexualleben offen zu sprechen, fällt den meisten Menschen nicht leicht. Noch schwieriger ist es häufig für MS-Patienten und deren Partner, sich mit ihrer Sexualität auseinanderzusetzen, wenn sie durch die Erkrankung beeinträchtigt wird.
 
Dem zentralen Nervensystem (ZNS) kommt auch im Hinblick auf das Sexualleben eine bedeutende Rolle zu. Durch Funktionsstörungen bestimmter Nervenbahnen kann das Sexualleben beeinträchtigt werden. Eine weitere Ursache von sexuellen Störungen bei MS können psychische Probleme sein.

Der offene und verständnisvolle Umgang miteinander sowie therapeutische Möglichkeiten und Hilfsmittel bieten auch im Falle einer MS-Erkrankung die Chance auf ein sexuell erfülltes Leben.

  • Neurologisch bedingte FunktionsstörungenOpen or Close

    Die MS-bedingte Schädigung der Nervenbahnen behindert die Weiterleitung von  Nervenimpulsen, die sexuelle Reize vermitteln. Dadurch kann die Lust auf Sexualität (Libido) nachlassen.

  • Symptombedingte FunktionsstörungenOpen or Close

    Auch die typischen Symptome der MS können einen Einfluss auf das Sexualleben haben. Hierzu gehören zum Beispiel Muskelschwäche, Spastik, Schmerzen, Blasen- und Darmstörungen, Müdigkeit (Fatigue) oder auch Depressionen.

  • Psychisch bedingte FunktionsstörungenOpen or Close

    Nach der Diagnose MS müssen sich Patienten und deren Partner mit der Krankheit und den damit verbundenen körperlichen sowie seelischen Konsequenzen auseinandersetzen. Häufig wird die gesamte Lebensführung verändert – Zukunftsängste, Scham und eine veränderte Einstellung zum eigenen Körper können die Psyche belasten. Nicht selten leidet darunter das Selbstwertgefühl. Diese psychosozialen Belastungen wirken sich ebenfalls auf das Sexualleben aus.

  • Sexualitätsstörungen durch MedikamentennebenwirkungenOpen or Close

    Auch Nebenwirkungen von Medikamenten, die zur Behandlung von einzelnen MS-Symptomen eingesetzt werden, können unter Umständen einen Einfluss auf das Sexualleben haben. Dazu gehören beispielsweise Blutdruck- und Lipidsenker, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Antispastika und Östrogene.

  • BehandlungsmöglichkeitenOpen or Close

    Sexuelle Störungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Eine fundierte Diagnose kann nur der behandelnde Arzt stellen. MS-Patienten sollten, wenn möglich zusammen mit dem Partner oder der Partnerin, das offene Gespräch mit dem Arzt suchen. Der Arzt wählt dann die passende Therapie aus. Das kann bei psychisch bedingten Funktionsstörungen z. B. eine Gesprächstherapie sein.

    Daneben gibt es auch eine medikamentöse Behandlung bestimmter sexueller Störungen. So können z. B. bei Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) Medikamente aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer helfen. Sie sorgen für eine verbesserte Durchblutung des Penis und unterstützen die Erektion. Diese Wirkstoffe werden bei MS-Patienten bereits erfolgreich eingesetzt. Allerdings haben sie keinen Einfluss auf die Libido, d. h. die sexuelle Erregung muss vorhanden sein.

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