Therapiemöglichkeiten bei Multipler Sklerose

Da die Ursachen der Multiplen Sklerose (MS) bislang nicht vollständig geklärt sind, gibt es auch noch keine ursächliche, heilende Therapie. Durch wissenschaftliche Fortschritte lässt sich MS dennoch gut behandeln.

Für alle Therapien gilt: Je früher sie begonnen werden, desto günstiger ist die Auswirkung auf den Krankheitsverlauf. Wissenschaftliche Studien zeigen eindeutig, dass die Zeit nach Diagnosestellung entscheidend ist. Umgehend mit einer verlaufsmodifizierenden Therapie zu beginnen heißt, die Weichen für die Entwicklung der Krankheitszeichen und der Lebensqualität zu stellen. Deshalb lautet die Therapieempfehlung generell, gleich zu starten und dann konsequent dabeizubleiben.

  • Schub- und LangzeittherapieOpen or Close

    MS-bedingte Entzündungsherde verursachen im Nervengewebe Schädigungen, die zu unterschiedlichen Störungen führen können. Deshalb ist es wichtig, die Erkrankung mit einer Therapie frühzeitig zu behandeln, um die Anzahl der Entzündungsherde zu vermindern und den langfristigen Verlauf der MS günstig zu beeinflussen. Um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, kommt es darauf an, dass eine Therapie frühzeitig eingeleitet sowie langfristig und konsequent durchgeführt wird.

    • Schubtherapie: Im Rahmen einer Schubtherapie wird versucht, MS-Schübe zu verkürzen und in ihrer Schwere zu mildern. Die eingesetzten Wirkstoffe, meist Kortikosteroide, bekämpfen die akuten Entzündungen im Nervensystem. Auf den langfristigen Verlauf der MS-Erkrankung kann die Behandlung mit Kortison jedoch keinen Einfluss nehmen.
    • Langzeittherapie: Der langfristige Verlauf der MS lässt sich nur durch eine Langzeittherapie beeinflussen. Man unterscheidet verlaufsmodifizierende Therapien für die milde und moderate Verlaufsform sowie Therapien für die (hoch-)aktive Verlaufsform der MS. Dieses Vorgehen ermöglicht es, die Therapie entsprechend dem Verlauf individuell für jeden Patienten zu optimieren. Mit verlaufsmodifizierenden Therapien kann durch eine regelmäßige Anwendung das fehlgeleitete Immunsystem bei MS reguliert und die Anzahl der Entzündungsherde im Nervengewebe nachweisbar gesenkt werden. Dies wiederum kann das Fortschreiten der Erkrankung verzögern.
  • Ergänzende symptomatische TherapieOpen or Close

    Viele Beschwerden, wie zum Beispiel Spastiken, Schmerzen oder andere Einschränkungen, lassen sich mit verschiedenen Medikamenten oder krankengymnastischen Übungen im Rahmen einer sogenannten symptomatischen Therapie sehr gut behandeln. So kann beispielsweise eine eingeschränkte Gehfähigkeit durch Krankengymnastik oder auch gezielt medikamentös behandelt werden.

  • Was kann der Patient selbst tun?Open or Close

    Unabhängig von den Behandlungsmöglichkeiten kann jeder MS-Patient versuchen, seine Erkrankung günstig zu beeinflussen. So ist beispielsweise die Temperatur oft ein wichtiger Faktor beim Auslösen von Symptomen. Manchen Patienten hilft bereits eine kühle Umgebung oder ein kühles Bad, um sich wohler zu fühlen. Gespräche mit einem in der MS-Behandlung erfahrenen Arzt, gutes Informationsmaterial und intensive Selbstbeobachtung können dabei helfen, diese Faktoren individuell zu erkennen und das Verhalten entsprechend darauf einzustellen. MS-Schwestern oder -Pfleger stehen ebenfalls als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

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