Skalen zur Bewertung neurologischer Untersuchungen

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Mit Hilfe von Bewertungsskalen können Ärzte die Resultate neurologischer Untersuchungen einordnen und anhand dieser Aufzeichnungen den Grad der Behinderung beurteilen. Bei MS können mit einer Kernspintomographie (MRT) zwar entzündliche Veränderungen sichtbar gemacht werden, doch der Grad der Behinderung basiert auf den neurologischen Untersuchungen.

EDSS-Skala bewertet Grad der Behinderung

Bisher erfolgte die Bewertung des Behinderungsgrads häufig anhand der sogenannten EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale), die vereinfacht eine „Skala des Schweregrads der Behinderung“ darstellt. Die Werte auf der Skala reichen von 0-10: Je größer der Wert, desto fortgeschrittener ist die Behinderung.

Der Wert 0 deutet auf einen normalen neurologischen Befund hin. Der Wert 1 zeigt an, dass minimale Symptome gefunden wurden. Ein Wert von 2 lässt auf eine leichte, ein Wert von 3 auf eine mäßige Behinderung schließen. In der Regel ist das Alltags- und Berufsleben von Patienten mit Werten bis zu 3 nur minimal beeinträchtigt. Auch sind sie in dieser Phase noch uneingeschränkt gehfähig.

Ab einem Wert von 4 nehmen die Beeinträchtigungen insgesamt wesentlich mehr Raum ein. Patienten, die in diesen Bereich fallen, leiden bereits unter einer relativ starken Behinderung. Sie sind aber immer noch fähig, rund einen halben Kilometer ohne Hilfe und ohne Pause zu gehen.

Bei einem Wert von 5 können die Betroffenen nur noch rund 200 Meter ohne Hilfe oder Pause gehen. Bei 6 ist entweder zeitweise oder ständig eine Gehhilfe notwendig.
Die EDSS-Skala bewertet vor allem motorische Defizite, insbesondere die Gehfähigkeit, lässt kognitive Störungen jedoch unberücksichtigt.

MSFC-Score ist umfassender angelegt

Beim MSFC-Score (MS Functional Composite Score) handelt es sich um eine 3-teilige Bewertungsmethode. Er erfasst neben der Beinfunktion und der Gehfähigkeit auch die Armfunktion und die geistigen Fähigkeiten, so dass er den Gesundheitszustand eines Patienten umfassender widerspiegelt. Die Funktion der Beine wird durch einen Strecke-Zeit-Test (Timed 25-Foot Walk Test) zur Messung der Gehgeschwindigkeit ermittelt. Die Funktion der oberen Extremitäten anhand eines Steckbrettes (9-Hole Peg Test). Dieser Test misst die Zeit, die Patienten benötigen, um Stifte aus Löchern zu entfernen und in einer Schüssel abzulegen (und umgekehrt). Durch den sogenannten PASAT (Paced Auditory Serial Addition Test) wird die Geschwindigkeit der Verarbeitung gehörter Informationen sowie die Rechenfertigkeit erfasst.