Mögliche Ursachen der Multiplen Sklerose

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Man nimmt an, dass die Infektion mit einem normalerweise harmlosen Virus in frühem Kindes- oder Jugendalter eine der Ursachen für die fehlgeleitete Aktivität des Immunsystems bei Multipler Sklerose sein könnte.

Aktuell geht man jedoch davon aus, dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, um eine MS auszulösen. Denn mit den „verdächtigten" Erregern kommt fast jeder irgendwann einmal in Kontakt.

Wahrscheinlich müssen die Betroffenen zusätzlich bestimmte erbliche Voraussetzungen mitbringen. Die Fehlregulation des Immunsystems körpereigenes Gewebe anzugreifen, wird als wesentliche Rolle angesehen. Aber auch der Einfluss von Umweltfaktoren sowie seelische und körperliche Belastungen kommen als mögliche Mitauslöser in Frage.

  • Mehrere Faktoren beteiligtOpen or Close

    Bei der Krankheitsentstehung handelt es sich also wohl um ein Zusammenspiel von mehreren relevanten Faktoren:

    • genetische Veranlagung
    • Fehlregulation des Immunsystems
    • Kontakt mit bestimmten Krankheitserregern
    • weitere Umwelteinflüsse.


    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei der MS um eine so genannte multifaktorielle, also durch mehrere gleichzeitig vorliegende Bedingungen ausgelöste, Erkrankung handelt.

  • Ist MS ansteckend?Open or Close

    Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Nein" – die MS ist keine ansteckende Erkrankung.

    Dennoch ist die Angst vor einer Ansteckung immer wieder anzutreffen, wahrscheinlich weil die MS als entzündliche Erkrankung bekannt ist. Es gibt allerdings keinen Anhaltspunkt dafür, dass man sich wie bei einer Infektion bei einem MS-Patienten anstecken kann.

    Bisher wurde nicht beobachtet, dass Menschen, die in engem Kontakt mit MS-Patienten stehen, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben: Neurologen, Ärzte allgemein, Pflegepersonal, Ehepartner oder Freunde sind nicht häufiger betroffen als andere.

    Allerdings sollten sich MS-Patienten selbst vor Infektionen aller Art so gut wie möglich schützen, da diese einen Schub  auslösen können.

  • Ist MS erblich?Open or Close

    MS-Patienten stellen sich häufig die Frage nach der Vererbbarkeit ihrer Erkrankung, vor allem im Zusammenhang mit ihrer Familienplanung . Bisher konnte kein spezielles MS-Gen nachgewiesen werden. MS ist keine Erbkrankheit im klassischen Sinne, allerdings existiert eine gewisse Veranlagung dafür, an MS zu erkranken.

    Familienmitglieder eines MS-Patienten haben lediglich ein geringfügig höheres Risiko, ebenfalls an MS zu erkranken als Menschen, in deren Familie die Erkrankung nicht vorkommt. Das höchste Risiko tragen eineiige Zwillinge: Wird einer der Zwillinge krank, so liegt für den anderen Zwilling die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei bis zu 30 Prozent. Bei zweieiigen Zwillingen und anderen Geschwistern liegt dieses Risiko vergleichbar niedrig wie bei Kindern einer MS-kranken Mutter oder eines MS-kranken Vaters, nämlich bei 2 bis 4 Prozent. Das normale, durchschnittliche Erkrankungsrisiko beträgt hierzulande 0,05 bis 0,1 Prozent. Das bedeutet, von 10.000 Menschen erkranken 5 bis 10 an MS.

    Durch Befragung von MS-Patienten weiß man: Nur 3 bis 5 Prozent haben enge Familienangehörige und etwa 20 Prozent haben entfernte Verwandte, bei denen eine MS besteht. Allerdings sind Familienmitglieder meist ähnlichen Umweltfaktoren ausgesetzt. Die äußeren Einflüsse sind womöglich gewichtiger als die erbliche Veranlagung.

    MS kann zwar familiär gehäuft auftreten. Vermutlich wird aber nur die Disposition, d.h. die Empfänglichkeit zu erkranken, vererbt. Diese Veranlagung kann das Auftreten der Krankheit also begünstigen, vorausgesetzt, dass weitere auslösende Faktoren hinzukommen.

    Die komplexen Zusammenhänge zeigen auf, dass noch zahlreiche Untersuchungen notwendig sein werden, um die Auslöser der MS besser zu verstehen.

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