Veränderungen des Zentralen Nervensystems durch MS

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Moderne Untersuchungsmethoden haben gezeigt, dass bei der Multiplen Sklerose (MS) neben der Myelinschicht auch die Axone selbst angegriffen und geschädigt werden. Im Bereich der Entzündungsherde (Läsionen) wird durch zahlreiche autoaggressive Immunreaktionen die Myelinschicht zerstört. Diese axonalen Läsionen (Schädigungen) treten bei Patienten in unterschiedlichem Ausmaß auf und können bis zur direkten Zerstörung der Axone führen. Geschieht dies bereits im frühen Krankheitsstadium, bleiben die Schädigungen vermutlich noch reversibel.

Neue Erkenntnisse versprechen neue Therapieansätze

Weitere Studien zeigen, dass axonale Läsionen auch außerhalb der Plaques vorkommen.

Auch die Ergebnisse der Kernspintomografie zeigen: Eine Verkleinerung der Hirngröße, die so genannte Hirnatrophie, tritt nicht selten schon in frühen Erkrankungsstadien auf. Wahrscheinlich ist, dass die Hirnatrophie neben Entzündungsreaktionen und anderen z.T. noch unbekannten Faktoren zum großen Teil durch die Zerstörung der Axone bedingt ist. Vermutlich handelt es sich dabei um einen chronischen Prozess.

Axonale Läsionen spielen eine überaus wichtige Rolle im Hinblick auf den Verlauf der Erkrankung, wahrscheinlich auch bei der Entstehung bleibender Behinderungen.

Dabei kann es vorkommen, dass Nervenfasern selbst in demyelinisierten Bereichen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Manchmal verheilen die Axone aber auch nicht, so dass die Schädigung irreversibel ist.

Diese Erkenntnisse belegen, dass ein frühzeitiger Beginn einer Langzeittherapie wie z.B. mit einem Beta-Interferon wichtig ist, um das Auftreten dauerhafter Schädigungen zumindest zu verzögern.