Mobilität
Fragen und Antworten
Wenn die Mobilität durch MS eingeschränkt wird, wirft das viele Fragen auf. Gehen Symptome wieder vorbei oder schwächen sie sich ab? Deute ich bestimmte Anzeichen in der Körperfunktion richtig? Werden die auftretenden Symptome wirklich von MS hervorgerufen? Wie sehen grundsätzlich meine Aussichten auf ein mobiles und vitales Leben aus?
Bei einer MS-Erkrankung sind Sie mit diesen Gedanken und Fragen nicht allein. Eine Vielzahl der MS-Patienten ist mit Mobilitätseinschränkungen konfrontiert. Deshalb tauschen sich Ärzte, Experten und vor allem andere betroffene MS-Patienten intensiv über das Thema aus.
Nutzen Sie die Möglichkeit und wenden Sie sich mit Ihren Fragen direkt online an unseren MS-Expertenrat. Spezialisten antworten schnell und kompetent zu allen Fragen, die eine Einschränkung der Geh- und Bewegungsfähigkeit bei MS betreffen. Auch Ärzte, Schwestern und Physiotherapeuten, die mit MS-Patienten arbeiten, sind herzlich aufgefordert, Ihre Fragen zum Thema "Mobilitätseinschränkungen bei MS" an uns zu richten.
Expertenrat
Treten Sie im Diskussionsforum direkt in Kontakt mit anderen MS-Patienten und Interessierten. Vor allem mit "Gleichgesinnten" können Sie sich gut über Mobilitätseinschränkungen und allen Auswirkungen unterhalten. Sie erhalten wertvolle Tipps und können selbst wichtige Beiträge für andere Betroffene leisten.
Diskussionsforum
Patienten erleben unterschiedliche Veränderungen in ihrer Geh- und Bewegungsfähigkeit. Wir beantworten die Fragen, die im Zusammenhang mit Mobilitätseinschränkungen am häufigsten gestellt werden.
Muskuläre Schwäche:
Ich habe schwache Beinmuskeln. Wie kann ich sie wieder stärker machen?
Muskelkraft ist notwendig zur Erhaltung der Beweglichkeit. Damit die Muskeln nicht verkümmern, müssen sie laufend stimuliert werden. Alle Muskeln brauchen Bewegung, damit sie ihre Funktion angemessen erfüllen können.
Bei MS-Patienten muss jedoch vorher abgeklärt werden, ob eine schlechte Übertragung der elektrischen Impulse vom Gehirn und Rückenmark zu den Muskeln oder einfach zu wenig Beanspruchung der Grund für die muskuläre Schwäche ist.
Lassen Sie die Ursache für Ihre Muskelschwäche von einem Arzt oder Physiotherapeuten abklären. Sie erhalten dann Vorschläge für geeignete Maßnahmen, die auf Ihre individuelle Situation abgestimmt sind.
Bitte denken Sie daran: Muskeln, die bis zur Erschöpfung belastet werden, werden dadurch nicht stärker, sondern möglicherweise sogar schwächer. Holen Sie sich also fachmännischen Rat, bevor Sie mit den Übungen beginnen.
Gleichgewicht:
Ich habe Probleme mit dem Gleichgewicht? Was kann ich dagegen tun?
Möglicherweise kann ein Fitnessball hier als nützliches Hilfsmittel dienen. Das ist ein sehr großer aufblasbarer Ball (der Durchmesser reicht von 45cm 75cm) für Übungen, mit denen Sie das Gleichgewicht trainieren, Ihre körperliche Flexibilität verbessern und insgesamt mehr Kraft aufbauen können.
Fragen Sie in Ihrem Fitnessstudio nach, ob man Ihnen einige Übungen mit dem Ball zeigen kann, oder wenden Sie sich an Ihren Physiotherapeuten. Auch im Internet finden Sie Übungen mit dem Fitnessball.
Sie können auch in einem Pilates-Kurs Einzelstunden nehmen. Sie werden wahrscheinlich nach einiger Zeit feststellen, dass sich Ihr Gleichgewicht und Ihre Koordination erheblich verbessern.
Hängefuß:
Was kann ich bei Fall- bzw. Hängefuß machen?
Der sogenannte Fall- oder Hängefuß erschwert das Gehen. Hier sind in manchen Fällen Schuhe mit Ledersohlen hilfreich. Sie verleihen dem Fuß Stabilität und bleiben im Vergleich zu Gummi- oder Plastiksohlen weniger am Boden haften.
Treppensteigen:
Das Treppensteigen macht mir zurzeit ziemliche Schwierigkeiten. Wie komme ich am besten hinauf und hinunter?
Setzen Sie beim Aufwärtsgehen den ersten Schritt mit Ihrem starken Bein. Beim Heruntergehen sollten Sie mit dem schwachen Bein beginnen. Dadurch verrichtet immer das stärkere Bein die Hauptarbeit beim Heben und Senken. Wenn Sie einen Gehstock haben, sollten Sie diesen zur Unterstützung einsetzen besonders dann, wenn es keine Handlaufleiste zum Festhalten gibt.
Fatigue:
Ich habe schwere, müde Beine. An manchen Tagen kann ich kaum ein Bein vor das andere setzen. Was kann ich gegen dieses übermächtige Gefühl von Müdigkeit tun?
Fatigue bei MS ist in der Regel das Resultat der Demyelinisierung von Nervenfasern. Deshalb können diese bei der Aufgabe, Nervenimpulse zu leiten, versagen. In Folge dessen kann neben dem allgemeinen Erschöpfungszustand auch ein starkes Schwächegefühl in den Beinen verursacht werden.
Durch Ruhepausen erholen sich die Beine wieder.
Nach ausreichender Erholung können leichte Ausdauerübungen diese spezielle Form der Fatigue verbessern. Bitte übertreiben Sie nicht und führen Sie gerade die Übungen mit Hanteln und Gewichten so durch, dass Sie sich während der gesamten Übungszeit wohlfühlen. Überanstrengen Sie sich bei der Übung, können sich Müdigkeit und Schwäche weiter verstärken.
Finden Sie also ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Ruhe und Aktivität dann wird sich auch Ihre Mobilität wieder verbessern.
Spastik:
Helfen Dehnübungen gegen Spasmen?
Mit sehr steifen Muskeln brauchen Sie für ihre täglichen Aktivitäten viel Kraft. Werden die Muskeln gedehnt und gelockert, verbessern sich Beweglichkeit und Koordination erheblich. Leichte aktive und passive Dehnübungen lassen sich problemlos zuhause durchführen. Am besten helfen Ihnen passive Dehnübungen gegen Steifheit.
Die betroffenen Gliedmaßen werden dabei langsam in eine Position bewegt, die die spastischen Muskeln dehnt. Damit der Muskel langsam weicher werden und die Spannung aufgeben kann, muss jede Position etwa eine Minute gehalten werden.
Bitten Sie Ihren Arzt, Ihre Schwester oder Ihren Physiotherapeuten, Ihnen geeignete passive Dehnübungen zu zeigen. Sie werden schnell spüren, dass Ihnen diese Übungen helfen.
Schwimmen:
Warum ist die Wassertemperatur im Schwimmbecken so wichtig?
Für MS-Patienten gehört Schwimmen zu den besten Sportarten, weil durch den Auftrieb des Wassers die Muskeln mit einem geringeren Kraftaufwand bewegt werden können. Die Wassertemperatur sollte dabei immer um die 29 °C betragen. Kälteres Wasser würde zu Spasmen führen, wärmeres Wasser eventuell zu Fatigue. Erkundigen Sie sich deshalb vorher immer nach der Wassertemperatur.
Reisen bei eingeschränkter Mobilität:
Ich plane eine längere Flugreise und mache mir bereits Sorgen, ob ich beim Umsteigen die langen Wege im Flughafen schnell genug zurücklegen kann. Was kann ich tun?
Flughäfen sind auf Passagiere mit Mobilitätseinschränkung meist sehr gut vorbereitet. Auch wenn Sie sich im Moment fit fühlen, scheuen Sie sich nicht, den kostenlosen Service in Anspruch zu nehmen. Barrierefrei werden Sie zum Flug und Anschlussflug gebracht und werden, unabhängig von Ihrer Tagesform, beim Umsteigen betreut.
Bitte informieren Sie den Flughafen rechtzeitig und fordern die Hilfe mindestens 48 Stunden im Voraus an.
bsmo - Redaktion





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