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Beruf und Berufswahl




Beruf und Berufswahl

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Steht die Diagnose Multiple Sklerose fest, fragen sich viele Betroffene, ob sie ihren Beruf weiter ausüben können. Und bei jungen Menschen, die am Anfang ihres Berufsweges stehen, stellt sich die Frage: Kann ich mit dieser Erkrankung jeden Beruf ergreifen?

Die Beantwortung hängt natürlich auch vom Verlauf der Krankheit ab. Viele MS-Patienten haben kaum Beschwerden und können so weiterleben wie vorher. Generell hängt die Weiterbeschäftigung oder Aufnahme eines Berufes von der Schwere der möglichen Behinderung und auch von der Art der Tätigkeit ab.

Für Menschen mit MS empfiehlt sich ein Arbeitsplatz, der sie körperlich und psychisch nicht extrem belastet. Unter solchen Umständen können viele der MS-Patienten ihrer Arbeit weiter nachgehen, oft jahrzehntelang, ohne Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit.

Ist der ausgeübte Beruf körperlich sehr anstrengend und/oder mit viel Stress verbunden, und bemerken Sie als Patient Einschränkungen in Ihrer Leistungsfähigkeit oder eine schnellere Ermüdung, macht es Sinn über einen Wechsel des Arbeitsplatzes oder des Berufes nachzudenken. Bei größeren Unternehmen ist das manchmal sogar firmenintern möglich. Auch bieten die Agenturen für Arbeit entsprechende Umschulungen. Informationen hierzu erteilen die Berater der Agenturen für Arbeit, die Sozialarbeiter der MS-Beratungsstellen oder das Integrationsamt. In Kooperation mit dem zuständigen Arzt können diese Spezialisten dem Betroffenen bei der Suche nach dem für sie geeigneten Arbeitsplatz helfen.

Auf jeden Fall sollte bei jeder Entscheidung - egal, ob man nun seinen Beruf beibehält oder eine neue Tätigkeit wählt - darauf geachtet werden, „gesundheitsschonender" zu arbeiten. Das ist zwar leichter gesagt als getan, insbesondere unter den heute oft harten Bedingungen des Arbeitsmarktes, dennoch ist es wichtig, den Versuch zu unternehmen. So ist es z.B. sinnvoll, an heißen Tagen die Umgebung entsprechend mit Ventilatoren oder Ähnlichem anzupassen, oder aber sogar früher nach Hause gehen zu können. Denn eine besondere Hitze-Empfindlichkeit zählt zu den bekannten und häufigen Symptomen. Ferner sollte es möglich sein, mehrmals am Tag kleinere Ruhepausen einzulegen, da viele MS-Patienten weniger belastbar sind als ihre gesunden Kollegen. Das ist auch in Hinblick auf den weiteren Verlauf der Erkrankung von Bedeutung.

Mögliche, später auftretende ‚Begleiterscheinungen’, die häufig bei der MS beobachtet werden, sollten mit bedacht oder zumindest im Hinterkopf behalten werden. Denn wenn man diese kennt und vielleicht sogar mit ‚einplant’, wird man es möglicherweise bei der Gestaltung seines Berufsweges einfacher haben . Dies gilt insbesondere für junge MS-Patienten, die z.B. auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Die richtige Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und der möglichen Veränderung derselben kann vor späterer Überforderung schützen. Aber: Auch Unterforderung wird zu einem Problem. Deswegen sollten MS-Patienten natürlich genauso wie jeder andere einen Beruf wählen, der ihnen Freude bereitet.

Jugendlichen Ratsuchenden stehen in den Agenturen für Arbeit besonders geschulte Mitarbeiter zur Seite. Diese Berater helfen nicht nur bei der Berufswahl, sondern vermitteln auch Lehrstellen oder andere Ausbildungsplätze. Zudem bieten die Agenturen für Arbeit spezielle berufsfördernde Maßnahmen, welche die Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich erhöhen. Tipp: Das erste Orientierungsgespräch sollte so früh wie möglich stattfinden, am besten ungefähr 1½ bis 2 Jahre vor dem Schulabschluss.

Zu den von den Agenturen für Arbeit empfohlenen Berufen gehören Tätigkeiten aus den Bereichen: Büro/Verwaltung, Hauswirtschaft, zeichnerisch - konstruktive Berufe, Metall- und Elektrobranche, Medizinisch-technischer Berufe, Textilberufe, Goldschmiedehandwerk, Materialkontrolle, Kommunikationselektronik, Schneider, Zahntechniker. Damit ist aber natürlich nur ein Teil der möglichen Berufe beispielhaft genannt.

Nicht geeignet sind: Tätigkeiten, bei denen durch die Erkrankung ein erhöhtes Unfallsrisiko für den Betroffenen oder andere Menschen gegeben sein könnte. Das gilt zum Beispiel für Menschen, die in großen Höhen über der Erde arbeiten wie Bauarbeiter oder Dachdecker.

Aber auch hier gilt besonders: Alle aufgeführten Ideen sind nur Beispiele. Die persönliche Beratung ist Gold wert, Sie sollten diese Möglichkeit in jedem Falle in Anspruch nehmen!



BSMO Redaktion




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