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Warum Entzündungen müde machen
Schweizer Wissenschaftlern könnte es gelungen sein, die Ursache von Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) zu ermitteln, die oft als Begleitsymptome bei entzündlichen Erkrankungen (wie Multiple Sklerose), aber auch bei einfachen Erkältungen auftreten. Auslöser des Phänomens sind demnach die beiden Botenstoffe TNF-alpha und IL-1, die sowohl das Immunsystem als auch die innere Uhr des Organismus beeinflussen.
Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) ist ein Botenstoff, der vom menschlichen Abwehrsystem unter anderem gebildet wird, um den Körper vor Infektionen zu schützen. Er reguliert die Aktivität verschiedener Abwehrzellen. Bereits seit längerem steht TNF-alpha im Verdacht, für Müdigkeit und Erschöpfungszustände bei Entzündungsprozessen verantwortlich zu sein, wie sie auch bei Multipler Sklerose (MS) auftreten können. Interleukin-1, der zweite von den Forschern identifizierte Faktor, ist ebenfalls an der Regulation von Abwehrprozessen im Körper beteiligt.
Beide Botenstoffe scheinen den aktuellen Ergebnissen zufolge zusätzlich eine bisher unbekannte Wirkung auf die innere, biologische Uhr des Organismus zu haben. Der Takt dieser Uhr reguliert verschiedene zeitliche Rhythmen des Körpers, unter anderem auch den Schlaf-Wachzyklus. Das innere Uhrwerk besteht dabei aus einer Gruppe von Genen, die sich wechselseitig beeinflussen und in ihrer Aktivität regulieren.
TNF-alpha und IL-1 blockieren diese Gene in ihrer Funktion und stören auf diese Weise die innere Uhr. An Mäusen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass beständig erhöhte TNF-alpha-Spiegel im Blut die Tiere träger und schläfriger machten. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die bei chronischen Entzündungen nachgewiesenermaßen dauerhaft erhöhte TNF-alpha-Konzentration, der Auslöser von Fatigue bei MS und anderen Erkrankungen ist.
Eine neue Therapie der Erschöpfungszustände ist durch die Entdeckung aber noch nicht in Reichweite. Würden TNF-alpha und IL-1 im Blut neutralisiert, wäre eine zu starke Schwächung des Abwehrsystems die Folge. Die Forscher wollen sich deshalb zunächst um ein vertieftes Verständnis des Zusammenhangs zwischen TNF-alpha und innerer Uhr bemühen. (jg)
Quelle: Nach Informationen von www.wissenschaft.de und der Zeitschrift PNAS, Juli 2007





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