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Klinikum am Europakanal




Klinikum am Europakanal

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Das Klinikum am Europakanal bietet neben einer umfassenden medizinischen Versorgung für Menschen mit MS vor allem besondere neuropsychologische Angebote. Darüber hinaus sind die Therapeuten auf die Behandlung von Seh- und Blasenstörungen spezialisiert.

Das Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation ist eine von insgesamt vier Einrichtungen des Klinikums am Europakanal, in der alle Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems behandelt werden. Das Zentrum entstand am 1. Januar 2004 aus der Zusammenlegung der Klinik für Neurologie und der Klinik für Neurologische Rehabilitation im Westen von Erlangen und bietet eine Kombination von neurologischer Akut- und Rehabilitationsklinik, die in der Region einmalig ist. Die Versorgung umfasst das gesamte Spektrum von der Akutneurologie über die stationäre neurologische Rehabilitation bis hin zur ambulanten tagesklinischen Rehabilitation. Vor allem für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) ergibt sich hieraus der Vorteil, dass sie sich nicht auf neue Umgebungen einstellen müssen und in der Regel in allen Phasen ihrer Erkrankung von demselben therapeutischen Team betreut werden können.

In der Behandlung der Multiplen Sklerose bietet das Klinikum am Europakanal die ganze Bandbreite der modernen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Die umfassende neurologische und internistische Diagnostik erfolgt frühzeitig und schließt unter anderem Computertomographie, Untersuchungen der Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit und Neurophysiologie (z.B. evozierte Potentiale) mit ein. Die Therapie reicht von der Schubtherapie mit Kortison und/oder der Einstellung auf eine immunmodulatorische Langzeittherapie zur Behandlung der Krankheitsursache über die intensive physikalische Therapie zur Besserung der Symptome bis hin zur Verordnung von Cannabis-Präparaten zur Linderung von MS-bedingten Spastiken.

Im Bereich Akutneurologie, der aus zwei Stationen besteht, werden die Patienten bei täglichen ausführlichen Visiten eingehend über den Fortgang der Diagnostik und Therapie unterrichtet. Darüber hinaus finden regelmäßig ausführliche Chefarzt- und Oberarztvisiten statt. Da sich der Bereich für die Neurologische Rehabilitation innerhalb des Zentrums befindet, können Patienten nach Abschluss der Akutdiagnostik und -therapie zügig und unbürokratisch in eine adäquaten Rehabilitationsbehandlung übergeleitet werden. Damit wird die sonst übliche Verlegung in häufig weit entfernte und für die Angehörigen nur schlecht erreichbare weiterbehandelnde Kliniken vermieden.

Die Frührehabilitation (Phase B) übernimmt schwerer betroffene Patienten frühzeitig aus dem Akutbereich oder einem externen Krankenhaus (z.B. nach einem Schlaganfall, aber auch bei schwereren MS-Erkrankungen). Die weiterführende Rehabilitation (Phase C) steht weniger schwer geschädigten Patienten aus dem Akutbereich oder der Frührehabilitation nach erfolgter Stabilisierung zur Verfügung. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Mobilisation und der Behandlung von motorischen Störungen sowie Sprach- und Sprech-, Seh- und Blasenstörungen oder neuropsychologischen Beeinträchtigungen.

Können die Patienten zu Hause leben, ist eine Behandlung in der Tagesklinik möglich. In diesem Fall finden die Therapien in Blöcken in einem individuell angepassten Rhythmus statt (z.B. mehrfach pro Woche). Schwerpunktmäßig werden Patienten übernommen, bei denen aufgrund des hohen Therapiebedarfs eine ambulante Versorgung nicht ausreicht oder eine häusliche bzw. berufliche Wiedereingliederung erfolgt. Die Tagesklinik ermöglicht darüber hinaus die diagnostische Abklärung komplexer medizinischer oder sozialer Probleme infolge neurologischer Erkrankungen.

Ausstattung

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Die Akutneurologie verfügt über 55 Betten, die Frührehabilitation über 45 Betten, die weiterführende Rehabilitation über 30 Betten und die Tagesklinik über 15 Plätze.

Die Stationen sind großzügig angelegt, zur Ausstattung gehören im Einzelnen:

  • überwiegend 2-Bett-Zimmer, mit Dusche/WC, Telefon, in Kürze auch Farb-TV in allen Zimmern

  • behindertengerechte Einrichtung

  • Aufenthaltsräume auf jeder Station

  • Cafeteria

  • Schwimmbad

  • Kegelbahn

  • Kirche

Behandlungsschwerpunkte & Rehaziele



Im Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation erfolgt die Behandlung durch ein hochqualifiziertes und multiprofessionelles Team. So werden beispielsweise MS-Patienten, bei denen oft Mehrfachstörungen aus neurologischen, internistischen, urologischen, augenärztlichen oder dermatologischen Fachgebieten gleichzeitig vorliegen, ggf. Konsilärzten aus anderen Fachgebieten vorgestellt, um alle Störungen kompetent zu versorgen. Da bei schwerkranken Patienten oft schon der Transport eine große Belastung darstellt, besteht das neurologische Team nicht nur aus neurologischen oder neurologisch-psychiatrischen Fachärzten, sondern auch aus drei Internisten, einer Chirurgin und einem Anästhesisten. Andere, externe Fachärzte kommen teilweise ins Haus.
Für den Bereich der Pflege hat das Klinikum eine eigene Krankenpflegeschule eingerichtet. Die Betreuung orientiert sich am Patienten, steht unter ständiger Qualitätskontrolle und erfolgt unter anderem nach den Konzepten von Bobath (Rehabilitation von Menschen mit zentralen Lähmungen und Körperwahrnehmungsstörungen nach einer erworbenen Hirnschädigung) und Affolter (Lernen und Wiedererlangen von Fähigkeiten durch Begreifen und Erfahren), wobei Spezialkenntnisse in einer Vielzahl weiterer Schulen und Verfahren vorhanden sind.

Zum therapeutischen Angebot gehören:

  • Physio- und Ergotherapie zur Behandlung von Schädigungen der Sensomotorik, Stand- und Gangmotorik, der Hand- und Fingermotorik sowie der Gang- und Schluckmotorik

  • Logopädie zur Diagnostik und Therapie bei Sprach- und Sprechstörungen

  • Diagnostik und Therapie bei Schluckstörungen

  • Neuropsychologie zur Erfassung und Therapie von kognitiven Funktionsstörungen und Beurteilung der Fähigkeitseinbußen

  • Hirnleistungstraining im Rahmen der ergotherapeutischen Behandlung

  • Alltags- und Selbsthilfetraining (z.B. Therapieküche, Therapiefahrten in die Stadt, zum Einkaufen oder in den Zoo)

Spezielle medizinische Angebote

Eine Besonderheit für MS-Patienten ist neben der Neurourologie und der Neuropsychologie die so genannte orthoptische Abteilung. Hier betreut eine spezielle Fachkraft Patienten mit Sehstörungen, die durch Hirnschädigungen verursacht und von den Betroffenen zum Teil selbst nicht wahrgenommen oder nicht richtig gedeutet werden. Die Orthoptistin kann diese Störungen mit Hilfe entsprechender Untersuchungen nachweisen und ggf. Brillen anpassen. Falls nötig, kommt darüber hinaus ein Augenarzt in das Klinikum. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Kontrolle von Doppelbildern, die bei MS-Patienten häufig auftreten.

Zum speziellen medizinischen Angebot gehört im Einzelnen:
  • Orthoptik zur Erfassung und Therapie von visuellen Störungen

  • psychotherapeutische Behandlung zur psychischen Bewältigung der Krankheitsfolgen sowie bei Störungen im Verhalten

  • Hippotherapie in den Sommermonaten zur Unterstützung der sensomotorischen Behandlung

  • Behandlung mit Cannabis-Präparaten zur Linderung MS-bedingter Spastiken

  • sozialpädagogische Beratung und Betreuung

  • Initiierung und Begleitung der beruflichen Wiedereingliederung

  • Angehörigenberatung und Familientherapie

  • Belastungserprobung in der Arbeitstherapie des Klinikum am Europakanal (gewerblicher Bereich, Bürobereich, Gärtnerei und Küche)

Kostenträger

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Die Kostenübernahme richtet sich nach der Art der Behandlung. Die neurologische Akuttherapie fällt in den Bereich der gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Die Kosten für die Rehabilitation werden übernommen von gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen, gesetzlichen Unfallversicherungsträgern (Berufsgenossenschaften) und in Einzelfällen auch von Rentenversicherungsträgern (BfA, LVA).

Freizeit

Das Gelände des Klinikums am Europakanal ist parkähnlich angelegt und bietet viele Möglichkeiten zur Entspannung – das Haus beteiligt sich am Umwelt- und Naturschutzprojekt "Sandachse Franken". Darüber hinaus können das Schwimmbad und die Kegelbahn in der Freizeit genutzt werden. Zudem bietet die Klinik einmal in der Woche für die stationär behandelten Patienten wechselnde Veranstaltungen an, beispielsweise Diavorträge. Schließlich sind vor allem in der Rehabilitation die Übergänge von Therapie und Freizeit fließend: So machen die Patienten beispielsweise Kochkurse oder Ausflüge, um unter angenehmen Bedingungen ihre Fähigkeiten des Alltags zu trainieren.

Weitere Informationen

Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation
Klinikum am Europakanal
Am Europakanal 71
91056 Erlangen

Telefon (Sekretariat): (091 31) 753 – 2411 oder -2412
Telefon (Aufnahmetermine): (09131) 753 – 37 53
Telefon (Tagesklinik): (09131) 753 - 2240

Internet:klinikum-am-europakanal

Die Website der Klinik gibt einen Überblick über das Klinikum am Europakanal und allgemeinere Informationen, wie die Erreichbarkeit. Unter „Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation" sind Details zum diagnostischen und therapeutischen Angebot dargestellt. Zudem finden sich Ansprechpartner der unterschiedlichen Akut- und Rehabereiche, inklusive Telefonnummern, und Anmeldeformulare für die Akutneurologie und die Neurologische Rehabilitation als pdf zum Herunterladen.



BSMO Redaktion




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