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Alternative Therapien




Komplementäre und alternative Medizin bei MS

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Gut zwei Drittel aller MS-Patienten greift in Deutschland bei der Behandlung von MS und ihrer Symptome auch auf alternative und komplementäre Medizin (CAM) zurück. Die Palette der Methoden ist groß, doch was bringen sie? Dr. Allen C. Bowling, medizinischer Direktor am Rocky Mountain MS Center, USA, gab einen Überblick über die unterschiedlichen Behandlungsmethoden.

Unter komplementärer Medizin werden Behandlungen zusammengefasst, die zusätzlich zu konventionellen Therapieansätzen angewendet werden. Im Gegensatz dazu wird die alternative Medizin anstelle konventioneller Methoden eingesetzt. Studien in den USA haben ergeben, dass bei MS-Patienten die Bereitschaft, auf CAM zurückzugreifen weiter verbreitet ist als in der Allgemeinbevölkerung. Auch in Deutschland greifen laut einer Umfrage aus dem Jahr 1997 etwa zwei Drittel aller MS-Patienten auf CAM zurück.

Was bringt Ernährung bei MS?

Dr. Bowling präsentierte eine umfassende Übersicht über die zur Zeit diskutierten Möglichkeiten, den Verlauf einer MS über die Ernährung zu beeinflussen. Im Fokus des Interesses stehen dabei in erster Linie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie Omega 3 und Omega 6, die in Pflanzenölen vorkommen. Erste Daten zum Nutzen von Omega 3 Fettsäure liegen vor: Ein positiver Trend war hinsichtlich Schubrate und Fortschreiten der Behinderung zu verzeichnen, jedoch sind diese vorläufigen Studienergebnisse noch nicht sehr aussagekräftig und bedürfen weiterer Bestätigung. Auch über die Rolle von Antioxidantien - Mitteln, die den Körper vor schädlichen Radikalen schützen – streitet die Wissenschaft. Zum einen vermindern die Antioxidantien die axonalen Schädigungen und die Zerstörung der Myelinschicht. Als möglicherweise problematisch könnte sich aber die Tatsache herausstellen, dass Antioxidantien Zellen des Immunsystems (T-Zellen und Makrophagen) stimulieren. Auch die Gabe von Vitamin D zeigte nur im Tierversuch einen positiven Effekt. In einer kleinen Patientenstudie konnte ein Vitamin-D-ähnliches Präparat dagegen keine positive Wirkung erzielen.

Pflanzliche Präparate sind vielversprechend

Wissenschaftler vermuten, dass bestimmte pflanzliche Präparate einen Nutzen für MS-Patienten haben könnten. Von besonderem Interesse ist dabei Ginkgo biloba, dessen aktive Bestandteile u.a. Flavonoide und Terpene sind. In Studien ließ sich der MS-Krankheitsverlauf jedoch nicht verlangsamen. Allerdings könnte sich Ginkgo positiv auf kognitive Störungen auswirken, wie vorläufige Studienergebnisse hoffen lassen. Heftig diskutiert wird zur Zeit auch der Nutzen einer weiteren Pflanze: Cannabis. Ihr werden krankheitsmodifizierende Eigenschaften nachgesagt: Cannabis könne das Immunsystem unterdrückend beeinflussen und wirke schützend auf die Nerven. Eine Studie mit MS-Patienten zeigte jedoch einen unerwünschten entzündungsfördernden Effekt. Weitere Studien sind notwendig, um die Wirkung von Cannabis vollständig zu verstehen. Positive Auswirkungen erhoffen sich die Forscher dagegen auf die Symptome Schmerz, Spastik und Tremor.

Fernöstliche Methoden sind im Kommen

In den USA sind Tai Chi und Yoga bei MS-Patienten sehr populär. Tatsächlich zeigten Studien, dass Tai Chi bei älteren Patienten den Bewegungsablauf beim Gehen verbesserte und Yoga erwies sich als hilfreich bei Fatigue (starke Müdigkeit). Zum Nutzen von Akupunktur liegen dagegen nur wenige Studien vor. Allerdings konnte jüngst gezeigt werden, dass Akupunktur die Blasenfunktion ebenso effizient wie herkömmliche Behandlungsmethoden verbessern konnte. Skeptischer äußerte sich Bowling zu anderen Methoden der traditionellen chinesischen Medizin. Hier existieren nur wenige Studien, deren Interpretation zudem sehr schwierig ist. Pflanzen wie Tripterygium wilfordii unterdrückten bei MS-Patienten das Immunsystem. Andere Kräuter und Heilpflanzen, wie Ginseng, stimulieren dagegen das Immunsystem, zudem können bei einigen ernste Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.
(BSMO, fm)

Quelle: “Gateway to Progress" Vortrag von Dr. med. Allen C. Bowling „Komplementäre und alternative Behandlungsstrategien" (M10)

Wenn Sie mehr über die Akupunktur und ihre Wirksamkeit - auch- bei MS wissen wollen, besuchen Sie unser Themen Special Akupunktur.



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