Glatirameracetat
Glatirameracetat
Glatirameracetat wird von der Multiple Sklerose-Therapie-Konsensus-Gruppe (MSTKG) in ihren überarbeiteten Empfehlung von 2001 erstmals als eine Alternative zu den Interferon beta-Präparaten beim schubförmigen Verlauf der Multiplen Sklerose angesehen. Die früher auch Copolymer-1 genannte Substanz ist ein synthetisches Gemisch aus kurzen Eiweißen (Polypeptiden), das dem basischen Myelinprotein der Nervenhülle ähnlich ist. Auf Grund dieser Ähnlichkeit scheint es auf verschiedenen Ebenen die Autoimmunreaktion des Körpers gegen die Myelinschicht unterdrücken zu können. Glatirameracetat ist in Deutschland seit September 2001 für die Basistherapie der schubförmigen Multiplen Sklerose zugelassen. Es wird täglich in einer Dosis von 20 mg unter die Haut gespritzt.
Die Wirksamkeit von Glatirameracetat ist inzwischen in mehreren Studien belegt worden: Bei einer schubförmigen MS reduziert es die Schubfrequenz gegenüber einem Plazebo um ca. 30 Prozent. In neueren Studien wird jedoch nicht nur der Einfluss der Medikamente auf die Schubfrequenz, sondern auch mit Hilfe der Kernspintomographie auf die Bildung der Nervenläsionen untersucht. Nach einer aktuellen Untersuchung zeigt Glatirameracetat ab dem sechsten Behandlungsmonat auch hier einen Effekt. Auf Grund dieses Ergebnisses hatte die MSTKG 2001 ihre Empfehlungen geändert. Sie geht heute davon aus, dass Glatirameracetat nicht nur die Schubfrequenz reduziert, sondern darüber hinaus eine sich langsam aufbauende, positive Wirkung auf die Entwicklung der Nervenläsionen hat. Sein Therapieeffekt tritt allerdings im Vergleich zu den Interferon beta-Präparaten deutlich verzögert ein, sodass auch kurz nach Therapiebeginn noch Schübe auftreten können.
Als wichtigste Nebenwirkungen kann es neben Lymphknotenschwellungen zu kurzandauernden, teilweise mehrfach auftretenden Reaktionen mit Beklemmungsgefühl, Angst, Herzrasen und Hautrötungen kommen. Nach Studienergebnissen ist mit diesem Ereignis bei etwa 15 Prozent der Patienten mindestens einmal kurz nach der Injektion zu rechnen.
Bitte beachten Sie, dass für die Angaben zu Medikamenten und Dosierungen keine Gewähr übernommen wird. Für konkrete Therapieempfehlungen sprechen Sie am besten mit einem Arzt, der Erfahrungen in der Behandlung von MS-Patienten hat.
BSMO Redaktion





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