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Immunglobuline




Intravenöse Immunglobuline

Immunglobuline sind zwar in der Therapie anderer immun-vermittelter neurologischer Erkrankungen etabliert, ihr Stellenwert bei der Behandlung der MS ist jedoch noch unklar. Die Präparate, die in die Vene gespritzt (intravenös) werden müssen, stammen aus großen Mengen Spenderserum und enthalten überwiegend aufgereinigtes Immunglobulin G. Dies sind lösliche Antikörper, die während einer Abwehrreaktion von speziellen Immunzellen: den Plasmazellen produziert werden. Auf Grund dieser Herstellungsweise bestehen einige bekannte Probleme: Da mit menschlichem Material (Blut) gearbeitet wird, können verschiedene Chargen in ihrer Wirksamkeit sehr unterschiedlich ausfallen. Außerdem besteht das Risiko von Infektionen oder Abwehrreaktionen gegen solche Fremdeiweiße. Diese Produkte sind sehr teuer.

Die Immunglobuline haben verschiedene, entzündungshemmende Effekte auf Zellen und Botenstoffe des Immunsystems. Zur Behandlung der schubförmigen MS liegen inzwischen einige, überwiegend kleinere Studien vor, die zum Teil sehr unterschiedlich angelegt sind. Sie belegen zwar positive Effekte auf die Reduktion der Schubfrequenz, abschließende Nachweise zur Beeinflussung des Fortschreitens der Erkrankung, auch mit Hilfe der Kernspintomographie nachgewiesen, stehen jedoch noch aus. Im Tierversuch wirkten sich die Immunglobuline günstig auf den Wiederaufbau der Myelinschicht aus, doch dieser Effekt ließ sich in aktuellen Studien nicht bestätigen.

Insgesamt kommt die MSTKG zu dem Schluss, dass es Hinweise auf die Wirksamkeit der Immunglobuline bei der schubförmigen MS gibt. Ihr Einsatz sollte jedoch zurzeit auf bestimmte Krankheitskonstellation beschränkt werden und in Rücksprache mit einem erfahrenen MS-Zentrum erfolgen. Empfehlungen zur optimalen Dosis stehen derzeit noch aus.

Die Nebenwirkungen der Immunglobuline sind stark von der Dosis abhängig. In niedriger Dosierung werden sie meist gut vertragen und „nur" mit Allgemeinsymptomen, wie Fieber oder Kopfschmerzen einhergehen. Es können jedoch auch schwerere Komplikationen, wie anaphylaktische Reaktionen oder vorübergehendes Nierenversagen auftreten.

Bitte beachten Sie, dass für die Angaben zu Medikamenten und Dosierungen keine Gewähr übernommen wird. Für konkrete Therapieempfehlungen sprechen Sie am besten mit einem Arzt, der Erfahrungen in der Behandlung von MS-Patienten hat.



BSMO Redaktion




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