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Mitoxantron




Mitoxantron

Mitoxantron stellt in der immunmodulatorischen Stufentherapie der MS die zweite Stufe dar. Es spielt als Zytostatikum eine wichtige Rolle in der Behandlung verschiedener Krebserkrankungen und unterdrückt die Zellteilung, indem es Brüche in den DNS-Strängen der Erbsubstanz verursacht. So erreicht es neben Immunzellen alle Zellen, die sich teilen. Der Effekt macht sich also in Gewebetypen bemerkbar, in denen ein großer Zellumsatz besteht, z.B. in bösartigem Tumorgewebe. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Mitoxantron - insbesondere bei Patienten mit schubförmiger MS und hoher Schubfrequenz - sehr effektiv die Anzahl der Schübe reduziert und das Fortschreiten der Erkrankung in der Kernspintomographie verlangsamt.

Da bei der Behandlung von Erkrankungen immer Wirkung und Nebenwirkung in Relation zueinander gesehen werden müssen, empfiehlt die MSTKG, Mitoxantron in erster Linie bei Patienten einzusetzen, bei denen sehr häufig Schübe auftreten und diese nur schlecht abklingen sowie bei Patienten, bei denen die Interferon beta-Therapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt. Denn wie von der Krebstherapie bekannt, zählen zu den akuten Nebenwirkungen Übelkeit und Erbrechen; beide Symptome lassen sich jedoch medikamentös mit so genannten Antiemetika gut behandeln. Außerdem können Amenorrhoen (Ausbleiben der Regelblutung) sowie negative Effekte auf das Knochenmark oder den Herzmuskel auftreten.

Mitoxantron wird in einer Dosis von 5-12 mg/ m2 Körperoberfläche pro Einzelinfusion und mit Infusionsabständen von drei Monaten (im ersten Vierteljahr auch monatlich) gegeben. An der Behandlung sollte ein Arzt mit Erfahrungen in der Zytostatika-Therapie sowie ein MS-Zentrum beteiligt sein. Blutbild, Leber- Nieren- und Herzfunktion müssen regelmäßig untersucht werden. Da es eine Höchstdosis für das Zytostatikum gibt, die nicht überschritten werden sollte, kann die Behandlung nicht länger als 24 bis 36 Monate erfolgen. Frauen im gebährfähigen Alter sollten zuverlässig verhüten.

Bitte beachten Sie, dass für die Angaben zu Medikamenten und Dosierungen keine Gewähr übernommen wird. Für konkrete Therapieempfehlungen sprechen Sie am besten mit einem Arzt, der Erfahrungen in der Behandlung von MS-Patienten hat.



BSMO Redaktion




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