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Behandlung




Schlechtere Wirksamkeit durch Neutralisierende Antikörper

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Neutralisierende Antikörper in der Interferon-beta-Therapie können einen negativen Einfluss auf die Schubrate, die
Resultate der Kernspintomographie und das Fortschreiten der Behinderung haben.

Es liegen verschiedene Studien vor, die einen negativen Einfluss von Neutralisierenden Antikörpern auf die Wirksamkeit der Interferon-beta-Therapie belegen. Experten halten daher im Rahmen der Therapiekontrolle auch einen speziellen Antikörper-Test zum Nachweis der unerwünschten Abwehrreaktion für sinnvoll. Wie eine Arbeitsgruppe der European Federation of Neurological Societies (EFNS) in der ersten Leitlinie zu Neutralisierenden Antikörpern (NAbs) hervorhebt, können deren Folgen in Studien zur MS-Therapie mit Interferon beta am besten erkannt werden, wenn die Beobachtungsdauer ausreichend lang ist – beispielsweise zwei Jahre.
Bis sich die Bildung von Neutralisierenden Antikörpern in einem möglichen Nachlassen der therapeutischen Wirksamkeit bemerkbar macht, können weitere Monate vergehen. Denn für den Nachweis des Therapieerfolges gibt es bisher keinen einfachen Test. Der Neurologe muss ihn anhand der Schubrate, der Ergebnisse der Kernspinuntersuchungen und dem Grad der Behinderung ablesen – und es dauert einige Zeit, bis in diesen Parametern eine Veränderung sichtbar wird. Zudem scheint es beim Auftreten der Antikörper Unterschiede zwischen den drei Interferon-beta-Präparaten zu geben, die auf deren unterschiedliche Immunogenität zurückzuführen sind.


NAbs: Wann treten sie auf, wie lange bleiben sie?

Aus Studien ist bekannt, dass bei einem Großteil der Patienten, deren Immunsystem auf die Interferon-beta-Therapie abwehrend reagiert, die Neutralisierenden Antikörper innerhalb der ersten 6-18 Monate auftreten können. Zudem bleiben die meisten Patienten, bei denen der Antikörper-Nachweis zweimal nacheinander positiv ausfällt, oft für mehrere Jahre Antikörper-positiv. Bei einer Reihe der Patienten bilden sich die Antikörper allerdings trotz Fortführen
der Interferon-beta-Therapie auch wieder zurück – die Wahrscheinlichkeit scheint umso größer zu sein, je geringer die Menge der gebildeten Antikörper ist.


Spezieller Antikörper-Nachweis empfohlen

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse hält es die europäische Arbeitsgruppe für sinnvoll, dass MS-Patienten, die Interferon beta erhalten, jeweils nach zwölf und 24 Monaten durch spezialisierte Labors auf das Vorliegen von Neutralisierenden Antikörpern untersucht werden sollten. Bleiben die Ergebnisse negativ, sind keine weiteren Antikörper-Bestimmungen notwendig, solange die Krankheitsaktivität während der Therapie nicht zunimmt. Bei positivem Resultat empfehlen die Autoren eine Wiederholung des Tests alle 3-6 Monate, um ggf. mit Vorsichts- oder
Gegenmaßnahmen reagieren zu können.

Auch die Multiple Sklerose Konsensus Gruppe, eine Expertengruppe, stellt in ihren Empfehlungen fest, dass die Häufigkeit, mit der bei den drei Interferon-beta Präparaten Neutralisierende Antikörper auftreten, sich unterscheidet. Es erhärten sich die Befunde, dass ein wiederholt nachweisbarer hoher Titer neutralisierender Antikorper mit einem Wirkungsverlust der Beta-Interferone assoziiert sein kann. Es wird daher empfohlen, bei nicht ausreichendem Ansprechen der laufenden Beta-Interferontherapie zunächst NAB zu bestimmen und bei wiederholtem Nachweis
das IFN-Präparat abzusetzen und die verlaufsmodifizierende Behandlung umzustellen.*

* MSTKG, Aktuelle Therapiemempfehlung (September 2006) (MSTKG, Nervenarzt
2006;77:1506-1518)



Quelle: Sorensen PS, et al. Guidelines on use of anti-IFN-beta antibody measurements in multiple sclerosis: report of an EFNS Task Force on IFN-beta antibodies in multiple sclerosis. Eur J Neurol. 2005;12(11):817-27.Sorensen PS et al. Appearance and disappearance of neutralizing antibodies during interferon-beta therapy. Neurol. 2005;65:33-39.




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