Einführung
Verschiedene Möglichkeiten der MS-Therapie
Da die Ursachen einer Multiplen Sklerose bisher noch nicht vollständig geklärt sind und verstanden werden, gibt es auch noch keine ursächliche, heilende Therapie. Das ist in der Medizin jedoch nicht ungewöhnlich: Die Situation ist beispielweise vergleichbar mit anderen chronischen Erkrankungen, wie der Zuckerkrankheit oder einem erhöhten Blutdruck. Durch die wissenschaftlichen Fortschritte lassen sich die genannten Erkrankungen dennoch gut behandeln. Mindestens können auftretende Krankheitserscheinungen gelindert werden.
Schub- und Langzeittherapie
Bei der Multiplen Sklerose stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, angefangen von Medikamenten über physikalische Therapie und Krankengymnastik bis hin zur psychosozialen Betreuung. So können Kortikosteroide im Rahmen einer Schubtherapie die MS-Schübe mildern und verkürzen. Hinzu kommt die Möglichkeit einer Langzeittherapie, in der Interferon beta eine wichtige Rolle spielt. Es kann die Häufigkeit der Schübe senken und das Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Dazu gehört auch das neue Natalizumab, dass bei hochaktiver schubförmig remittierender MS bei Patienten, die trotz Interferon beta-Behandlung einen aktiven Krankheitsverlauf haben, oder mit rasch fortschreitender schubförmig remittierend verlaufender MS zum Einsatz kommt.
Ergänzend symptomatische Therapie
Viele Beschwerden, wie Spastiken oder Schmerzen, lassen sich darüber hinaus mit verschiedenen Medikamenten oder krankengymnastischen Übungen im Rahmen einer so genannten symptomatischen Therapie sehr gut behandeln. Diese Ansätze sind wichtige Bestandteile des Gesamtkonzeptes einer MS-Therapie, den Verlauf der Mutiplen Sklerose verändern sie jedoch nicht.
Was kann ich selbst tun?
Unabhängig von den Behandlungsmöglichkeiten kann jeder Mensch mit Multipler Sklerose versuchen, seine Erkrankung günstig zu beeinflussen. So ist beispielsweise die Temperatur häufig ein wichtiger Faktor beim Auslösen von Symptomen. Manchen Patienten hilft bereits eine kühle Umgebung oder ein kühles Bad, um sich wohler zu fühlen. Auch Erschöpfung kann sich ungünstig auf den Gesundheitszustand auswirken. Dann sollte der Patient mit seinen Kräften haushalten und sich nicht zu viel vornehmen. Gespräche mit einem in der MS-Behandlung erfahrenen Arzt, gutes Informationsmaterial und intensive Selbstbeobachtung können dabei helfen, diese Faktoren individuell zu erkennen und das Verhalten entsprechend darauf einzustellen.
BSMO Redaktion




