Krankengymnastik
Physiotherapie - eine wichtige Begleiterin
Eine Krankengymnastik sollte parallel zu den anderen Behandlungsoptionen erfolgen und möglichst bereits in der Frühphase bestimmter Symptome der Multiplen Sklerose beginnen. Sie hilft einerseits, Schübe zu verkürzen und kann andererseits zurückbleibende Störungen bessern. Selbst bei schwer wiegenden Einschränkungen kann die Krankengymnastik noch einen positiven Einfluss haben!
Symptome behandeln
Ein wichtiges Ziel der Krankengymnastik ist, im Rahmen einer symptomatischen Therapie einzelne Krankheitsmerkmale zu lindern. So kann sich beispielsweise eine so genannte Methode nach Bobath positiv auf Spastiken auswirken und bei Blasenentleerungstörungen das Beckenbodentraining hilfreich sein. Spezielle Lagerungstechniken sollen das Auftreten von Fehlstellungen verhindern, die durch spinale Automatismen verursacht sein können. Hinzu kommen physikalische Behandlungsmethoden, wie die Eisbehandlung bei schmerzhaften spastischen Muskelkontraktionen. Antspastisch wirksame Medikamente können die Behandlungen im Einzellfall positiv unterstützen.
Folgeschäden vorbeugen
Darüber hinaus kann die Krankengymnastik vorbeugend wirken. So hilft sie, durch gezielte Mobilisation Muskelspannung, Durchblutung und Sauerstoffversorgung günstig zu beeinflussen und dem Entstehen von Gelenkversteifungen entgegenzuwirken. Bettlägerige Patienten müssen unbedingt regelmäßig in ihrer Lage verändert werden, denn sonst besteht die Gefahr, dass sich Wunden bilden. Auch andere Folgeschäden können so vermieden oder zumindest reduziert werden.
Funktionen erhalten
Außerdem hilft die Krankengymnastik dabei, das Kraftpotenzial ökonomisch einzusetzen und Überanstrengungen vorzubeugen. Sie gibt Hilfestellungen für den Alltag oder am Arbeitsplatz und unterstützt den Patienten dabei, vorhandene Funktionen zu erhalten, zu verbessern oder wiederzuerlernen.
Professionelle Anleitung ist wichtig
Da die gewählten Methoden individuell auf die Situation des Patienten abgestimmt werden müssen, sollte die Krankengymnastik nur in Absprache mit einem Physiotherapeuten erfolgen, der möglichst über eine Zusatzausbildung und vertiefte Kenntnisse neurologischer Behandlungstechniken verfügt. Mit Hilfe der professionellen Betreuung sollte ein Plan über Art und Dauer der Übungen erstellt werden, der das Leistungsvermögen und die Bedürfnisse des Patienten berücksichtigt. Denn die Krankengymnastik ist zwar wichtig, doch sie sollte nicht zu einer Überanstrengung führen, weil dies eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zur Folge haben könnte. Die Vielfältigkeit der Symptome macht bei den meisten Patienten eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen (Ärzten, Ergotherapeuten, Logopäden und Masseuren ) notwendig.
BSMO Redaktion




