Familie
Rollenverhalten und Veränderungen
Die MS betrifft nicht nur Sie allein, auch die Menschen in Ihrem Umfeld sind betroffen Ihr Partner, Ihre Freunde, Ihre Familie. Oft sogar in einem solchem Ausmaß, dass sie die gleichen Gefühle erleben wie Sie selbst. Sobald Ihr Partner erfährt, dass Sie MS haben, wird er/sie einen ähnlichen Prozess des Sichzurechtfindens durchmachen wie Sie; einen Prozess, der Schock, Angst, Zorn und alles andere einschließt.
Diese Veränderungen in Ihrem Leben können zusätzliche Spannungen in einer Beziehung erzeugen. Das heißt jedoch nicht, dass nur Probleme auf Sie warten. Ebenso können Sie aufgrund der MS mehr zueinander finden, im Leben und in Ihrer Beziehung mehr Tiefe erfahren und dem Alltäglichen mehr Wertschätzung entgegenbringen.
Ihr Partner mag sich hilflos fühlen, wenn der geliebte Mensch unberechenbare körperliche Beschwerden hat, die die Zukunft unsicher erscheinen lassen. MS wird die Arbeitsteilung, die Sie bisher gewohnt waren, u. U. verändern. Ihr Partner wird Aufgaben übernehmen, die Sie bisher erfüllt haben, und Sie werden von Ihrem Partner abhängiger sein. Sie werden beide etwas Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Sobald Sie aber feststellen, dass die Belastung für Ihren Partner zu groß wird oder Sie die Abhängigkeit vom Partner als zu stark empfinden, sollten Sie sich um professionelle Hilfe bemühen. Dafür kann kein Zeitpunkt zu früh sein; allzu häufig wird das Anfordern professioneller Hilfe so lange hinausgezögert, bis die Probleme aus dem Ruder laufen.
Mit Verärgerungen umgehen
Möglicherweise wird Ihr Partner manchmal mit Zorn reagieren, denn er hält es für ungerecht, dass Sie leiden müssen. Vielleicht ist er auch ärgerlich auf Sie, zum Beispiel weil er/sie zu viel Arbeit hat. Oder vielleicht weil er das Gefühl hat, zu sehr angebunden zu sein. Oft wird Ihr Partner seinen Ärger für sich behalten, denn er weiß, dass Sie eigene Sorgen haben. Aber dadurch verschwinden solche Gefühle nicht, das Herunterschlucken kann im Gegenteil sogar zu einem unkontrollierten Wutausbruch führen.
Suchen Sie immer wieder das Gespräch miteinander; halten Sie Probleme nicht von Ihrem Partner oder anderen Menschen fern, die Ihnen nahestehen.
BSMO Redaktion





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