Ungewissheit
Die Ungewissheit der Diagnose
Gerade bei der Diagnose MS gibt es eine Reihe von emotionalen Reaktionen, die im folgenden Abschnitt kurz angesprochen werden.
Die endgültige Diagnose MS steht oft erst nach einem langen Prozess fest, der viel Ungewissheit und Verwirrung verursacht. Jeder ist verunsichert, wenn er nicht weiß, was genau ihm eigentlich fehlt. Die Bemühungen der Ärzte, der Diagnose näher zu kommen, erfordern zahlreiche Untersuchungen, denn die Krankheit äußert sich zu Beginn oft mit Symptomen wie Müdigkeit oder Kribbeln in den Fingern, die ebenso alle möglichen anderen Ursachen haben können. Der Einsatz der Kernspintomographie (eine Aufnahmetechnik zur genauen Darstellung von Hirn und Rückenmark) hat die Sicherung der Diagnose erfreulich vereinfacht. Die Sicherheit, dass es MS ist, kann sogar Erleichterung auslösen: Endlich kann man die Symptome einordnen.
Die ungewisse Zukunft
Ist die Diagnose MS einmal sicher, so beginnt meistens eine Periode neuer Unsicherheiten. Sie erkennen, daß die Krankheit nicht heilbar ist; sie wird nie wieder verschwinden. Sie werden sich jetzt alle möglichen Fragen stellen, wie: Was heißt das für mein tägliches Leben?", Was wird das für meine Arbeit bedeuten?", Was wird aus meiner Partnerschaft?", oder: Heißt das, dass ich in Zukunft nur noch krank bin?" Ihren Zukunftsplänen fehlt die Sicherheit, von der Sie bisher ausgegangen waren. Das Leben eines Menschen mit MS ist unvorhersehbar, denn eine Voraussage über den Verlauf der MS ist außerordentlich schwierig. Was für den einen MS-Betroffenen gilt, muss nicht auch für den anderen zutreffen. Wenn Sie Ihren Arzt darauf ansprechen, wie er Ihre Zukunft (Ihre Prognose) sieht, lösen sich vielleicht einige Unsicherheiten.
Akzeptieren zu müssen, dass zukünftig Ihre Pläne jederzeit ins Wasser fallen können, ist hart. In dieser Hinsicht zwingt Ihnen die MS einen ununterbrochenen Gewöhnungsprozess auf und fordert von Ihnen und Ihrer Familie eine große Flexibilität des Handelns: Wenn dieses im Moment nicht geht, dann machen wir eben jenes." Wenn Sie neue, alternative Pläne bereithalten, die Sie bei Bedarf an die Stelle der bereits fertigen, aber vielleicht nicht mehr durchführbaren Pläne setzen können, ist die Unberechenbarkeit Ihres Lebens nicht mehr Ihr Gegner, sondern eher ein Verbündeter. Sie werden dadurch eine Menge an Lebensqualität gewinnen. Die Realität des Alltags ist die Gewissheit, die Sie haben. Die Zukunft kennt keiner aber es gibt berechtigte Hoffnung, denn die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Ihre Krankheit macht Fortschritte.
„Es kam ein Zeitpunkt, da konnte mein Mann nicht gut genug laufen, um allein aus dem Haus zu gehen. Ich wollte meine Tennisstunden absagen, denn ich wollte ihn nur ungern allein zu Hause lassen. Aber er forderte mich auf, weiter Tennisunterricht zu nehmen. Im Nachhinein bin ich ihm dafür dankbar. Und er fühlt sich wohl, wenn er gelegentlich einen Nachmittag für sich hat." Yasmine, 46, Frankreich
BSMO Redaktion





Sponsored by Biogen Idec GmbH © 2012 Erstellt und bearbeitet von bsmo GmbH.