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Behandlung




Antikörper: Freund oder Feind?

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Antikörper haben eine zentrale Funktion in der Abwehrreaktion. Darüber hinaus spielen sie bei modernen Therapien eine wichtige Rolle. Körpereigene Antikörper können jedoch auch die Wirkung von Medikamenten mindern.

Antikörper stellen eine Waffe des Immunsystems dar. Ihnen kommt vor allem die Aufgabe zu, an Eindringlinge wie Fremdstoffe oder Krankheitserreger zu binden. So können sie die Wirkung von Schadstoffen neutralisieren oder weitere Abwehrreaktionen zur Beseitigung des Eindringlings in Gang setzen. Darüber hinaus spielen sie bei modernen Therapien eine wichtige Rolle: Biotechnologisch erzeugte Antikörper kommen als hochwirksame Medikamente zum Einsatz. Antikörper können aber auch unerwünschte Effekte haben.


Antikörper in der Immunabwehr

Antikörper werden von speziellen Abwehrzellen, den aktivierten B-Zellen, produziert. Sie ähneln in ihrer Form einem Y: Die beiden kurzen „Arme" binden hochspezifisch nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an bestimmte Bereiche auf der Oberfläche eines Eindringlings, der die Aktivierung des Immunsystems ausgelöst hat. Auf diese Weise markieren sie den Krankheitskeim und leiten mit ihrem längeren „Arm" seine Zerstörung oder Inaktivierung und die Bekämpfung durch Fresszellen ein.

Antikörper als moderne Therapeutika

Die hochspezifische Bindung der Antikörper an bestimmte Strukturen wird zunehmend bei modernen Therapien genutzt, weil sie eine sehr gezielte Wirkung im Organismus ermöglicht. Dank biotechnologischer Methoden ist es gelungen, so genannte monoklonale Antikörper herzustellen. Diese „Biologicals" werden heute bereits eingesetzt, um beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen den Botenstoff TNF-alpha zu bekämpfen, der eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung spielt.

Auch für die schubförmig verlaufende Multiple Sklerose (MS) steht in Deutschland seit Juni 2006 ein monoklonaler Antikörper zur Verfügung: Natalizumab bindet spezifisch an bestimmte Oberflächenproteine von aktivierten T-Zellen, die bei MS fälschlicherweise Nervenstrukturen im Gehirn attackieren. Durch die Bindung von Natalizumab können die T-Zellen nicht mehr aus dem Blut ins Gehirn gelangen und daher auch nicht mehr die Hülle der Nervenfasern zerstören.

Antikörper als Reaktion auf eine Therapie

Neben diesen nützlichen Funktionen können andere Antikörper jedoch auch unerwünschte Effekte haben. Eine fehlgesteuerte Antikörperproduktion spielt beispielsweise eine Rolle bei Allergien. Zudem beeinflusst eine ungewollte Antikörperproduktion vereinzelt die Wirkung von Medikamenten.

Vor allem bei Wirkstoffen, die sich aus Proteinen bzw. Eiweißen zusammensetzen, besteht die Möglichkeit, dass sie im Laufe der Therapie vom Abwehrsystem als fremd erkannt und bekämpft werden. Die daraufhin gebildeten Antikörper binden an das Medikament und können auf diese Weise dessen Wirksamkeit mindern. Derartige Effekte sind beispielsweise für Interferon alpha und Erythropoietin bekannt. Auch bei der Behandlung der Multiplen Sklerose mit Interferon beta gibt es zunehmend Hinweise, dass Antikörper – in Abhängigkeit vom eingesetzten Präparat – den Therapieerfolg beeinträchtigen können.



Quelle: Sorensen PS, et al. Guidelines on use of anti-IFN-beta antibody measurements in multiple sclerosis: report of an EFNS Task Force on IFN-beta antibodies in multiple sclerosis. Eur J Neurol. 2005;12(11):817-27




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