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Blasenstörungen bei MS




Blasenstörungen sind weit verbreitet

Weinglas

Bei einer gestörten Blasenfunktion kann der Patient – je nach Art der Störung – das Wasserlassen entweder nicht mehr kontrollieren bzw. koordinieren oder die Blase nicht mehr vollständig entleeren. Da dies zum einen sehr belastend und zum anderen gesundheitsgefährdend sein kann, sollte die Scham überwunden und der Arzt auf die Probleme angesprochen werden.

Nach einer Erkrankungsdauer von zehn Jahren haben mehr als zwei Drittel der Patienten mit Multipler Sklerose (MS) begleitend Blasenstörungen. Worauf sich diese zurückführen lassen, ist zwar nicht immer leicht festzustellen, doch in den meisten Fällen werden sie von MS-typischen Entzündungsherden verursacht, die sich in einem bestimmten Bereich des Rückmarks befinden. Dadurch wird die Weiterleitung von Nervenimpulsen gestört, die für die kontrollierte und koordinierte Blasenentleerung wichtig sind. Daher nennen Mediziner diese Beschwerden auch „neurogene Blasenstörungen".

Drei Arten von Blasenstörungen

Welche Art der Blasenstörung vorliegt, hängt davon ab, welche Nerven und damit welche Blasenmuskeln betroffen sind. So ist eine unkontrollierte Blasenentleerung ebenso möglich wie eine unkoordinierte. Auch eine schlaffe Blase, die sich kaum oder nicht mehr entleeren lässt, kann auftreten. Die sichere Unterscheidung dieser drei Blasenstörungen mit Hilfe unterschiedlicher Diagnose-Verfahren ist vor allem für die Therapie wichtig, weil sich die Wahl der Medikamente danach richtet. Für den Patienten ergeben sich aus allen drei Störungen zwei Hauptprobleme. Zum einen der unwillkürliche Harnabgang (Inkontinenz) und zum anderen ein erhöhtes Risiko von Harnwegsinfektionen.

Viele Patienten leiden unter den Beschwerden

Beide Probleme sind für den Patienten häufig mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Die wiederholt auftretenden Infektionen gehen mit Stechen, Brennen beim Wasserlassen sowie Schmerzen einher und stellen ein Risiko für die Nierenfunktion dar. Und die Inkontinenz kann im Extremfall zum völligen sozialen Rückzug führen. Denn selbst bei leichter Blasenschwäche haben die Betroffenen oft Angst vor ungewolltem Einnässen und meiden deshalb Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände. Oder sie richten ihr gesamtes Handeln danach aus, immer in der Nähe einer Toilette zu sein. Das schränkt die Lebensqualität natürlich erheblich ein und kann Verzweiflung und Depressionen zur Folge haben.

Symptome lassen sich lindern

Um sich nicht unnötig lange zu quälen, ist es wichtig, die Scham zu überwinden, und zumindest mit dem Arzt über die Beschwerden zu reden. Denn er kann gegebenenfalls an einen Urologen überweisen und neben Medikamenten unterschiedliche nicht-medikamentöse Methoden sowie Allgemeinmaßnahmen empfehlen, mit denen sich die Symptome lindern lassen. Zudem gibt es verschiedene Hilfsmittel, die das Leben in dieser schwierigen Situation ein wenig erleichtern können.


Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit Herrn Dr. A. Thalhammer, ZfP Weissenau



BSMO Redaktion




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