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Anatomie




Blase: Vom Speichern bis zum Entleeren

Die Nieren arbeiten Tag und Nacht, um das Blut von Giftstoffen zu reinigen. Der entstehende Urin gelangt über die Harnleiter in die Blase, wo er gespeichert wird. An der Speicherung und Austreibung des Urins sind komplex verschaltete Nerven und zwei Zentren im Gehirn beteiligt. Werden sie – beispielsweise durch MS-Herde – geschädigt, können Blasenstörungen auftreten.

Innerhalb eines Tages fließen etwa 1.000 Liter Blut durch die Nieren. Die bohnenartig geformten Organe wirken wie ein Filter: Sie halten schädliche Stoffe aus dem Blut zurück und bilden hieraus täglich etwa 1,5 Liter Urin. Dieser gelangt durch einen etwa 4 mm dicken, schlauchartigen, 25-30 cm langen Harnleiter in seinen Speicherort, die Harnblase. Das Organ hat - ähnlich einem Luftballon - in geleertem Zustand eine flache, schüsselförmige Gestalt und mit zunehmender Füllung nimmt es die Form einer Kugel an.

Auf diese Weise kann die Blase bis zu einen Liter Urin fassen. Ab 300-350 ml setzt der Harndrang ein, wobei es allerdings große individuelle Unterschiede gibt, die einerseits von der Gewöhnung, anderseits aber auch von krankhaften Prozessen abhängen. Ein Mensch ohne Blasenstörungen entleert die Blase in der Regel 5-7 Mal pro Tag.

Detrusor und Sphinkter steuern Blasenentleerung

Die Wand der Blase besteht aus einem Muskelsystem, das ihr eine beachtliche Dehnfähigkeit und Flexibilität verleiht. Zudem verhindert die Muskulatur ein Rückfließen des Urins in die Niere, indem sie den Harnleiter verschließt. Darüber hinaus ist dieser Austreiber-Muskel, den man auch „Detrusor" nennt, für das Entleeren der Blase wichtig: Zieht sie sich zusammen, wird der Inhalt in Richtung Harnröhre gepresst.

Damit der Urin dann wirklich abfließen kann, ist ein zweiter Muskel wichtig: der Schließmuskel der Blase („Sphinkter"), der sich am Anfang der Harnröhre befindet und normalerweise willentlich kontrolliert werden kann.

Blasenentleerung lässt sich beeinflussen

Daher kann die Blasenentleerung in der Regel auch bewusst unterdrückt bzw. ausgelöst werden: Steigt der Druck in der Blase durch ein erhöhtes Urin-Volumen, signalisieren spezielle Strukturen in der Blasenwand das Gefühl einer vollen Blase (Harndrang). Diesem Druck kann der willkürlich kontrollierte Schließmuskel jedoch noch eine Zeit lang entgegenwirken, so dass die Toilette nicht sofort aufgesucht werden muss. Hat man sich entschieden, zum „stillen Örtchen" zu gehen, wird der Sphinkter willkürlich geöffnet, zugleich zieht sich der Detrusor zusammen – der Urin läuft aus der Blase (Animation Blasenfunktion)

Blasenstörungen bei Multipler Sklerose

Bei Multipler Sklerose kann dieses komplexe Zusammenspiel gestört sein. Je nach dem ob und wie die Nerven betroffen sind, die Detrusor und Sphinkter kontrollieren, gibt es drei Arten von Blasenstörungen.

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit Herrn Dr. A. Thalhammer, ZfP Weissenau



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