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Diagnose




Exakte Diagnose bestimmt Therapieerfolg

Wenn Patienten mit Multipler Sklerose unter Blasenstörungen leiden, sollten diese durch einen Urologen genau abgeklärt werden. Der Spezialist kann mit Hilfe so genannter urodynamischer Messungen exakt feststellen, welche Muskulatur betroffen ist. Erst wenn er dies weiß, ist eine gezielte Therapie möglich.

Da bei Multipler Sklerose (MS) drei Formen von Blasenstörungen vorliegen können und deren medikamentöse Therapie zum Teil erheblich voneinander abweicht, ist eine sorgfältige Diagnostik wichtig. Diese beginnt - neben den neurologischen und Kernspinuntersuchungen, die durch die MS ohnehin angezeigt sind - in der Regel zunächst mit einem so genannten Blasen- oder Miktionstagebuch. Hier hält der Patient über einen gewissen Zeitraum Details rund ums Wasserlassen (Miktion) fest:


  • Wie lange dauerte die Miktion?

  • Was und wie viel wurde getrunken?

  • Wie häufig wurde die Toilette aufgesucht (tagsüber/nachts)?

  • Wie viel Urin wurde jeweils abgegeben?

  • Kommt es zeitweise sogar zum ungewollten Urinabgang (Inkontienz)?

  • Wie ist der Ablauf der Miktion?

  • Sind bereits Harnwegsinfektion aufgetreten?

Anhand dieser Aufzeichnungen kann sich der Arzt ein besseres Bild von den Beschwerden machen.

Ultraschall weist Restharn nach

Das Vorliegen von Restharn lässt sich einfach mittels Ultraschalluntersuchung des Unterbauchs überprüfen: Zeigt sich hierbei Urin in der Blase, obwohl der Patient kurz zuvor die Toilette aufgesucht hat, spricht das für eine gestörte Blasenfunktion. Denn normalerweise ist unter diesen Umständen keine oder nur eine geringe Restharnmenge feststellbar.

Urodynamik liefert genauere Informationen

Bei schwerwiegenden Blasenfunktionsstörungen wie Harninkontinenz, wiederkehrenden Harnwegsinfektionen oder Restharnbildung können urodynamische Untersuchungen beim Urologen notwendig sein. Zu den häufigsten gehört die Uroflowmetrie, bei der der Harnausfluss während der Blasenentleerung gemessen wird. Die Messwerte ergeben eine Flusskurve, die bei bestimmten Erkrankungen vom typischen Verlauf abweicht.

Weiterführend stehen gegebenenfalls noch eine Reihe anderer urodynamischer Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe kann der Urologe letztendlich die Funktion der Blasenmuskulatur und des Schließmuskels genau überprüfen und auf diese Weise den Erfolg der medikamentösen Therapie erheblich verbessern.


Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit Herrn Dr. A. Thalhammer, ZfP Weissenau



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