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Verschwommen Sehen




Optikusneuritis: Entzündung des Sehnervs

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Die Ursachen sind zwar noch nicht bekannt, aber die Multiple-Sklerose-Herde scheinen eine besondere Affinität zum Sehnerv zu besitzen, denn berücksichtigt man den geringen Anteil, den der Nervus opticus an der Gesamtmasse der Nervenfasern ausmacht, ist er unverhältnismäßig häufig betroffen. Entsprechend häufig ist die Optikusneuritis.

Meistens ist nur ein Auge betroffen, vereinzelt können die Störungen jedoch auch bei beiden Augen – entweder gleichzeitig oder nacheinander – auftreten. Die Optikusneuritis entwickelt sich innerhalb von wenigen Tagen und äußert sich häufig in einem „Schleier"-, „Milchglas-" oder „Verschwommen"-Sehen, das in seltenen Fällen bis zum völligen Verlust des Sehvermögens führen kann. Auch das Farbsehen kann gestört (besonders auffällig bei der Farbe Rot) und die Lichtempfindlichkeit erhöht sein. Außerdem treten parallel häufig – entweder Stunden bis Tage vor, meistens jedoch gleichzeitig mit den Sehstörungen – Augenschmerzen auf, die typischerweise durch den Blick zur Seite (Bewegungsschmerz) oder leichten Druck auf den Augapfel (Bulbusdruckschmerz) ausgelöst werden. Die Sehstörungen lassen in der Regel nach zwei bis vier Wochen ohne Behandlung wieder nach. Parallel nehmen auch die Schmerzen wieder ab.
Einen Sonderfall stellt folgende Situation im Rahmen des so genannten Uhthoff-Phänomens dar: Hier lässt Sehvermögen nur vorübergehend und meist unter bestimmten äußeren Umständen (z. B. bei Sport) nach. Ursache scheint vor allem der Anstieg der Körpertemperatur zu sein. Dies lässt sich auch im Sinne eines Pseudoschubes werten.

Andere Sonderformen der Optikusneuritis kommen eher selten vor. So berichten einige Patienten, sie würden in der Dämmerung besser sehen als am Tag (Nyktalopie). Andere haben zwar nur geringe Sehstörungen auf einem Auge, aber dennoch erhebliche Probleme mit dem räumlichen Sehen (Pulfrich-Phänomen). Vereinzelt sehen Betroffene zu Beginn der Optikusneuritis Lichtblitze in ihrem Gesichtsfeld (Movement phosphenes). Andere wiederum sehen Gegenstände langsam zunehmend verschwommen, wenn sie diese längere Zeit fixieren (Fading out).

Je nach Lage der Läsionen am Sehnerv unterscheiden die Ärzte zwei Formen der Optikusneuritis:


  1. Papillitis
    Von der Papillitis reden sie, wenn die Austrittsstelle des Sehnervs am Augenhintergrund (intraokulärer Abschnitt) betroffen ist. Bei der Papillitis stehen in der Regel ein akuter starker Verlust des Sehvermögens (Visus) sowie Bewegungs- und Bulbusdruckschmerzen im Vordergrund.

  2. Retrobulbärneuritis
    Bei der Retrobulbärneuritis sind die Sehnervenabschnitte betroffen, die hinter dem Auge liegen. In diesen Fällen ist ein so genanntes Zentralskotom, also die Verdunklung eines zentral liegenden Bereiches im Gesichtsfeld, typisch. Bewegungs- und Bulbusdruckschmerzen treten auch hier häufig auf.

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