Familienplanung
Familienplanung - bei der Multiplen Sklerose ein besonderes Thema?
Kinder sind für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensplanung. Glücklicherweise gilt für Männer wie für Frauen: Allein die Tatsache, an einer MS erkrankt zu sein, bedeutet kein Hindernis für die Erfüllung des Kinderwunsches. Bei MS-Patientinnen und gesunden Frauen verlaufen Schwangerschaft und Geburt im Grunde gleich. Das Risiko oder die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder Betroffener auch an Multipler Sklerose erkranken, ist relativ gering.
Dennoch sollte eine Schwangerschaft sorgfältig überlegt und langfristig geplant werden. Denn es kann immer sein, dass die Krankheit in einen ungünstigen Verlauf mündet und sich Beschwerden wie starke Erschöpfungszustände oder schwerwiegendere Behinderungen manifestieren. Ein Kind kann neben aller Freude auch eine Belastung darstellen. Daher ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass bestimmte Grundbedingungen erfüllt sind. Dazu gehört auch eine stabile Partner-Beziehung. Mehr Ruhe für sich selbst wird die Gewissheit bringen, dass der eigene Nachwuchs auch im Falle der schweren Erkrankung gut versorgt wird. Des weiteren ist ein stabiles soziales Umfeld wichtig. Also Eltern, Geschwister oder enge Freunde, auf die man sich verlassen kann. Das gilt insbesondere für alleinerziehende Mütter und Väter.
Und nicht vergessen werden darf die Tatsache, dass ein unerfüllter Kinderwunsch auch zu einer starken psychischen Belastung in einer Partnerschaft und für einen selbst werden kann.
Die Schwangerschaft

Auch in Hinblick auf den Beginn einer Schwangerschaft empfiehlt sich eine sorgfältige Planung. Um das ungeborene Kind nicht der Gefahr etwaiger Missbildungen auszusetzen, müssen bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva oder -modulatoren frühzeitig abgesetzt werden und zwar mindestens sechs Monate vor der Befruchtung. Auch darf während einer Schwangerschaft keine Behandlung mit Interferonen begonnen werden. Kommt es doch zu einem Schub, so wird dieser wie sonst auch mit Glukokortikoiden behandelt, wobei die Anwendung in den ersten drei Monaten streng vermieden und später möglichst niedrig dosiert durchgeführt werden sollte.
Wenn es jedoch dennoch "passiert", Frauen also während einer medikamentösen Behandlung schwanger werden, so muss dies nicht die Unterbrechung der Schwangerschaft bedeuten. Das Missbildungs-Risiko für das Kind ist zum einen nicht sehr hoch und kann zum anderen durch Ultraschall- und Fruchtwasseruntersuchungen abgeklärt werden.
Um in diesem Punkt kein Risiko einzugehen, sollten MS-kranke Frauen jedoch eine Schwangerschaft ganz besonders gründlich planen und es nicht zu "Unfällen" kommen lassen. Die Einnahme der Antibabypille ist grundsätzlich erlaubt. Bislang wurde kein negativer Einfluss auf den Verlauf der MS beobachtet. Allerdings können manche Medikamente, die zur Behandlung der MS und ihrer Symptome angewendet werden, die Zuverlässigkeit der Pille in Hinblick auf die Sicherheit der Empfängnisverhütung mindern.
Generell sollte man eine Schwangerschaft dann in Betracht ziehen, wenn der Gesundheitszustand stabil ist, möglichst auch nicht im Anschluss eines erst kürzlich durchgemachten Schubes. Während einer Schwangerschaft geht es den meisten Patientinnen körperlich gut. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die MS während der neun Monate sogar eine geringere Krankheitsaktivität zeigt. Schübe in dieser Zeit sind sehr selten. Allerdings ist das Schub-Risiko in den ersten sechs bis zwölf Monaten nach der Geburt leicht erhöht. Der spätere Verlauf wird dadurch nicht negativ verändert. Und: Stillen hat einen eher positiven Einfluss.
Männer, MS und Kinderwunsch
Eine im Verlauf der Multiplen Sklerose auftretende Zeugungsunfähigkeit kann möglich sein und muss daher in die zukunftsplanenden Überlegungen miteinbezogen werden. Wie bei den Frauen kann eine mögliche Verschlechterung des Krankheitsverlaufs zu Schwierigkeiten im Beruf und damit der Absicherung der (finanziellen) Versorgung führen.
BSMO Redaktion





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