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MRT




Kernspintomographie trägt zur Sicherung der Diagnose bei

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Die Kernspintomographie gehört heute – neben der neurologischen Untersuchung – zu den wichtigsten diagnostischen Methoden beim Nachweis einer MS. Mit ihrer Hilfe lassen sich die entzündlichen MS-Läsionen („Herde")im Gehirn und Rückenmark nachweisen. Nach Gabe eines Kontrastmittels gelingt sogar die Unterscheidung zwischen älteren und frischen MS-Läsionen. Auch Störungen der Blut-Hirn-Schranke und Verluste von Hirngewebe werden sichtbar.

Bei der Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie bzw. MRT genannt) hat es in den letzten Jahren erhebliche technische Fortschritte gegeben. Daher spielt die Methode inzwischen bei den neuen, so genannten McDonald-Kriterien zur Sicherung der Diagnose eine entscheidende Rolle. Doch auch die MRT liefert keinen endgültigen Beweis für das Vorliegen einer Multiplen Sklerose (MS).

Die Methode ist zwar sehr empfindlich - 90 bis 97 Prozent aller Patienten mit einer klinisch sicheren MS haben auch sichtbare Läsionen in der Kernspintomographie, doch zum einen lassen sich in der Frühphase der Erkrankung nur bei etwa 50 bis 60 Prozent der MS-Patienten bereits Auffälligkeiten im MRT nachweisen. Zum anderen können ähnliche Läsionen auch bei anderen Erkrankungen und - insbesondere im fortgeschrittenen Alter - sogar bei gesunden Menschen anzutreffen sein. Daher muss der Arzt auch die MRT-Ergebnisse immer zusammen mit anderen Untersuchungsbefunden interpretieren.

Der Blick in den Körper

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Die Kernspintomographie erzeugt als so genanntes bildgebendes Verfahren schmerz- und weitgehend risikolos Schnittbilder des Körperinneren. Dafür wird der menschliche Körper, der zu ca. 70 Prozent aus Wasser besteht, einem Magnetfeld (also keiner Strahlung!) ausgesetzt, das 10.000 bis 30.000mal stärker ist als das natürliche Magnetfeld der Erde. Dadurch richten sich im Körperinnern die Atomkerne der Wasserstoffatome, die normalerweise ungeordnet in wässrigen Strukturen vorliegen, wie eine Kompassnadel in eine Richtung aus.

Durch Zu- und Abschalten von Radiowellen lassen sich von den Wasserstoffatomen Signale empfangen und in einen Computer einspeisen. Da diese in unterschiedlichen Geweben unterschiedlich häufig vorkommen, kann der Computer aus den Signalen Bilder von den Gewebestrukturen berechnen und in abgestufter Helligkeit wiedergeben.

Darstellung von MS-Läsionen im MRT

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Je nach Art der Durchführung und Auswertung der Kernspintomographie ergeben sich hieraus unterschiedliche Informationen, die Aussagen über MS-typische Veränderungen im Gehirn und Rückenmark ermöglichen. So sind beispielsweise entzündliche Bereiche – wie frische MS-Läsionen – sehr wasserhaltig und stellen sich daher in den so genannten T2-gewichten Bildern als weiße Flecken dar.

Mit T1-gewichteten Bildern lassen sich diese zudem von alten, narbig abgeheilten und nicht mehr wasserhaltigen Läsionen unterscheiden, die womöglich bei einem früheren Schub entstanden und in den T2-gewichteten Bildern nicht mehr sichtbar sind. Dafür wird dem Patienten vor der Messung ein spezielles Kontrastmittel (Gadolinium) gespritzt, das sich in frischen Läsionen anreichert, in alten jedoch nicht.

Auf diese Weise kann das MRT individuell unterschiedlich Hinweise auf ältere entzündliche Ereignisse liefern oder in der Frühphase der Erkrankung MS-Läsionen entdecken, die bislang noch keine Symptome zur Folge hatten. Zudem finden sich bei Patienten mit Symptomen häufig MS-Läsionen, die eine Erklärung für die Beschwerden sein können.

Bei Platzangst hilft ein Beruhigungsmittel

Für die Untersuchung legt sich der Patient auf eine Liege, die in die relativ enge Röhre des Gerätes geschoben wird. Da man bei der Aufnahme sehr still liegen muss, fixiert der Arzt den Kopf des Patienten möglicherweise zusätzlich mit einem weichen Band. Die Dauer der Untersuchung beträgt – je nach untersuchtem Körperteil und Gerät - etwa 15 bis 45 Minuten. Das Scannen des Kopfes geht beispielsweise schneller als die Untersuchung der Wirbelsäule. Zudem werden die Untersuchungszeiten durch die Entwicklung moderner Geräte immer kürzer.

Die meisten Patienten haben kein Problem mit diesem Prozedere, doch auf Grund der beengten Verhältnisse, des ruhigen Liegens und des typischen Lärms, den das Gerät produziert, passiert es Menschen mit Platzangst teilweise, dass sie unruhig werden. In diesen Fällen kann der Arzt ein leichtes Beruhigungsmittel verabreichen.

Vorsicht mit Metall im Untersuchungsraum

Die Kernspintomographie ist zwar ungefährlich und erfolgt ohne Strahlenbelastung, doch weil sich die Patienten einem sehr starken Magnetfeld aussetzen, dürfen sie generell kein Metall mit in den Untersuchungsraum führen. Sie müssen daher zuvor alle entsprechenden Gegenstände vom Körper entfernen: Schmuck, Kleidung mit Reißverschlüssen, Haarspangen, metallener Zahnersatz etc. Auch bei großen Tattoos mit metallhaltigen Farben besteht die Gefahr, dass diese heiß werden und Verbrennungen verursachen.

Zudem wird das untersuchende Personal sehr genau darauf achten, ob sich im Körper der Untersuchten Metall befindet, beispielsweise von Prothesen, Clips nach Bypass-Operationen oder Herzschrittmachern. Dies kann ein Grund sein, dass auf die MRT-Untersuchung verzichtet werden muss. Allerdings werden die Geräte immer moderner und damit nimmt auch die Anzahl der Ausschlusskriterien ab.

Frauen müssen darüber hinaus aufpassen, wenn sie eine Spirale aus Metall tragen: Durch die MRT-Untersuchung kann diese gelegentlich ungefährlich verrutschen, so dass die Lage im Anschluss von einem Gynäkologen untersucht werden sollte, um weiterhin eine sichere Schwangerschaftsverhütung zu gewährleisten.

Wann ist die MRT sinnvoll?

Die MRT wird derzeit in der MS-Diagnostik vor allem bei Verdacht auf eine Multiple Sklerose, also zu Beginn der Erkrankung eingesetzt, um – gemeinsam mit anderen Untersuchungen - die Diagnose möglichst abzusichern. Zudem werden Ärzte diese Untersuchung gegebenenfalls bei einem erneuten Auftreten von Beschwerden durchführen, wenn die MS bereits bekannt ist, beispielsweise um andere Erkrankungen auszuschließen oder Hinweise auf das Ansprechen der Therapie zu erhalten. Regelmäßige Untersuchungen ohne konkrete Fragestellungen hingegen sind nicht sinnvoll.

Unabhängig von der Diagnostik spielt die MRT in der MS-Forschung eine wichtige Rolle. Sie trägt dazu bei, die Erkrankung besser zu verstehen und die Wirksamkeit neuer Medikamente zu überprüfen.

Zudem arbeiten Wissenschaftler daran, die Untersuchungsmethode weiter zu optimieren. Denn zum einen gibt es derzeit noch immer in den meisten Fällen keine direkte Verbindung zwischen den Symptomen und dem örtlichen Auftreten der MS-Läsionen: nicht immer sind die Veränderungen tatsächlich in dem Bereich des Nervensystems zu finden, auf den die Beschwerden hindeuten.

Und zum zweiten korreliert auch die Anzahl der Herde häufig nicht mit dem Ausmaß des Leidens. So kann es beispielsweise vorkommen, dass viele große Herde entdeckt werden, ohne dass der Patient ausgeprägte Beschwerden aufweist.

Derzeit ist allerdings noch unklar, welche Bedeutung die technischen Fortschritte für die Untersuchung von MS-Patienten künftig haben werden.



BSMO Redaktion




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