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Geschlechtshormone gegen MS
Wissenschaftler konnten nachweisen, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron den Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) bei Männern günstig beeinflusst. Ermutigende Vorergebnisse liegen auch für die Behandlung von Frauen mit dem weiblichen Hormon Östriol vor. In den Studien wurden allerdings nur wenige Patienten untersucht.
Die Untersuchung zur Wirkung von Testosteron bei Männern mit schubförmiger MS erfasste 10 Teilnehmer. Deren Krankheitsentwicklung unter der Gabe von täglich 100 mg Testosteron, das als Salbe auf den Oberarm aufgetragen wurde, wurde mit dem MS-Verlauf vor dem Beginn dieser Behandlung verglichen. Dabei zeigte sich, dass sich die geistige Leistungsfähigkeit der Männer unter der Behandlung verbessert und der bei MS oftmals feststellbare Hirngewebsabbau verzögert hatte. In der Kernspintomographie sichtbare Entzündungsherde im Gehirn wurden durch die Testosteron-Gabe nicht beeinflusst.
Die MS blieb während des Behandlungszeitraums stabil, alle Blutwerte bewegten sich im normalen Bereich. Die Testosteron-Gabe verursachte keinerlei Nebenwirkungen und führte bei den Versuchsteilnehmern auch nicht zu überhöhten Hormonspiegeln. Allerdings bewegten sich die Testosteron-Werte an der oberen Grenze des Normbereichs. Als natürliche Folge der Testosteron-Gabe erhöhte sich die Muskelmasse der Studienteilnehmer.
Ähnlich positive Effekte von Geschlechtshormonen auf den Verlauf der MS beobachteten die Forscher auch in einer Studie an 12 Frauen, die anstelle des männlichen Hormons jedoch das weibliche Geschlechtshormon Östriol erhielten.
Die Wissenschaftler wollen ihre Ergebnisse jetzt in umfangreicheren Studien bestätigen, da die geringe Teilnehmerzahl der Pilotstudie noch keine allgemeingültigen Aussagen zulasse. Testosteron findet seit einiger Zeit vermehrte Aufmerksamkeit seitens der Forschung. Hintergrund dieses Interesses ist die Beobachtung, dass Männer in der Regel seltener an Autoimmunerkrankungen leiden als Frauen. (jg)
Quelle: Nach Informationen eines Bulletins der National Multiple Sclerose Society, einer Online-Meldung der Medical Tribune sowie der Fachzeitschrift Archives of Neurology, Mai 2007





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