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Mangel an regulatorischen Zellen bei MS

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Heidelberger Wissenschaftler haben eine bisher unbekannte Fehlregulation im Abwehrsystem von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) entdeckt. Demnach bilden MS-Betroffene zu wenige sogenannte regulatorische T-Zellen (T-reg). Regulatorische T-Zellen begrenzen normalerweise die entzündliche Abwehrreaktion, um eine Selbstschädigung des Organismus zu verhindern.

Die Ursache der verminderten T-reg-Zahl ist eine herabgesetzte Produktion der Zellen im Thymus. Der Thymus, der sich hinter dem Brustbein befindet, stellt ein Ausreifungszentrum für viele Abwehrzellen im menschlichen Organismus dar. Unter anderem werden im Thymus normalerweise solche Abwehrzellen eliminiert, die sich gegen körpereigene Gewebe richten.

Der Mangel an T-reg-Zellen war bislang nicht aufgefallen, weil zugleich vermehrt andere T-Zell-Typen den Thymus verlassen, sodass die Gesamtzahl der Abwehrzellen unverändert bleibt. Wie die Forscher feststellten, sind im Blut befindliche ältere regulatorische T-Zellen nicht im gleichen Maße in der Lage, Entzündungsreaktionen zu unterdrücken wie frisch produzierte „junge" T-reg.

Die Beteiligung des Thymus könnte nach Aussage der Wissenschaftler darüber hinaus eine Erklärung für den lange bekannten Tatbestand liefern, dass es während einer Schwangerschaft oft zu einer Besserung von MS-Beschwerden kommt. Die veränderten Hormonspiegel während der Schwangerschaft beeinflussen auch den Thymus und könnten dadurch eine vorübergehend erhöhte Produktion von T-reg-Zellen bewirken.

Forschungsziel der Wissenschaftler ist es nun, ihre Entdeckung zur Behandlung von MS-Patienten nutzbar zu machen. Ihre Überlegungen zielen darauf ab, MS-Patienten funktionsfähige T-reg abzunehmen, diese in einer Zellkultur zu vermehren und anschließend zurückzugeben. Ob und wann eine derartige Therapie entwickelt werden kann, ist derzeit allerdings noch völlig offen. (jg)



BSMO-Redaktion



Quelle: Nach Informationen von The Journal of Immunology und des Deutschen Ärzteblatts, Juli 2007




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