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MS-Verlauf oft milder als erwartet
Eine kanadische Langzeitstudie konnte jetzt nachweisen, dass die Behinderung durch Multiple Sklerose langsamer fortschreitet als vielfach angenommen. Nach 40-jähriger Krankheitsdauer ist nur jeder Vierte auf einen Rollstuhl angewiesen.
Die Studie untersuchte den Verlauf der Erkrankung von 2.800 Patienten aus der Provinz British Columbia. Im Durchschnitt wurden die Betroffenen über einen Zeitraum von acht Jahren beobachtet. In regelmäßigen Abständen wurde dabei der Grad der durch die MS hervorgerufenen Behinderung mithilfe der so genannten Expanded Disability Status Scale (EDSS) erfasst. Als Maßstab der Studie wurde insbesondere festgehalten, wann die Patienten einen EDSS-Wert von 6 erreichten. Dieser entspricht einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium, in dem die Betroffenen auf einen Handstock angewiesen sind, um etwa 100 Meter ohne Rast zu gehen. Es vergehen durchschnittlich fast 30 Jahre nach Erstdiagnose, bis MS-Kranke am Stock gehen müssen.
Die Krankheit schritt in der Regel überraschend langsam fort. Darüber hinaus konnte die Studie Fragen zur Bedeutung verschiedener Faktoren für den Krankheitsverlauf klären. So ist die Prognose der Krankheit bei Männern grundsätzlich nicht schlechter als bei Frauen. Auch weist ein höheres Alter beim Auftreten der MS nicht auf einen ungünstigeren Verlauf der Erkrankung hin. Allerdings schreitet die Krankheit bei Betroffenen, die jung erkranken, in der Regel langsamer fort.
Bereits im Jahr 2004 war eine weniger umfangreiche Studie zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Dort war außerdem beobachtet worden, dass sich der Verlauf einer MS zu beschleunigen scheint, sobald ein EDSS-Wert von etwa 3 bis 5 (moderate bis deutlichere Behinderung) überschritten wird.
(BSMO)
Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift Neurology und Ars Medici, 2006





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