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SMS-Zeitalter: Schmerzen in Hals, Schulter und Hand durch schlechte Haltung

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12.02.2010 - Das übermäßige Tippen von Textnachrichten am Handy könnte langfristig zu orthopädischen Problemen führen. Dies behaupten US-Forscher der American Public Health Association. Exzessives SMS-Schreiben bringe dieselben Gefahren wie ständige Computerarbeit und führe zudem zu Hals- und Schulterschmerzen, so die Wissenschaftler. In der orthopädischen und chirurgischen Praxis kennt man die Problematik allerdings noch nicht.

Dass sich Mediziner überhaupt mit dem Phänomen SMS befassen, geht vor allem auf die steigende Verwendung unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurück. Dem Marktforschungsinstitut Nielsen zufolge versenden US-Jugendliche über 2.200 SMS pro Monat und Person. Europa kann da nicht mithalten, wenngleich die Mobilfunkanbieter neuerdings mit SMS-Flatrates aufwarten. In einer aktuellen Studie des BildungsMedienZentrums des Landes Oberösterreich kommt nur jeder zweite Jugendliche auf mehr als 100 Textnachrichten pro Monat.

Rachel Gold, Leiterin des Labors für Ergonomie und Arbeitsphysiologie an der Temple University, untersuchte die Körperhaltung von Studenten beim Verfassen einer SMS. Sie nahm dazu Infrarot-Kameras, Bewegungsanalysen und Herzschlag-Monitoren zu Hilfe. Die Ergebnisse bieten laut Gold Anlass zur Sorge. "Je mehr Textnachrichten Studenten täglich verschicken, desto mehr Schmerzen haben sie in Hals und Schulter", so die Forschungsleiterin.

Ursache sei die Körperposition beim SMS-Schreiben, vor allem die Unbeweglichkeit von Schulter und Rücken sowie die sich schnell bewegenden Finger. Denkbar sei auch ein Zusammenhang zu Leiden, die von der Computerarbeit bekannt sind, wie etwa Sehnenscheibenentzündung, Karpaltunnel-Syndrom oder Bursitis. "Was wir bisher sehen, ähnelt sehr den Problemen von Büroangestellten, die die meiste Zeit am Computer sitzen", so Gold.

Mediziner sehen das Thema weniger dramatisch. "Bisher sind keine Fälle von Jugendlichen bekannt, die durch das SMS-Schreiben an Gesundheitsproblemen leiden", betont Werner Girsch, Leiter der Kinderhandambulanz am Orthopädischen Spital Speising in einem Interview mit pressetext.

Aufgrund der vielen möglichen Faktoren sei es kaum möglich, Leiden direkt auf diese sehr spezifische Tätigkeit zurückzuführen. "In Zeiten mechanischer Schreibmaschinen hatten alle Sekretärinnen Handprobleme und auch heute gibt es die „Maushand". Doch der Druck, den man auf der Handytastatur ausübt, ist sehr viel geringer."

Weit wahrscheinlicher sind jedoch auch hierzulande andere Risiken, die das SMS-Schreiben mit sich bringen kann. Besonders gefährlich ist das SMS-Schreiben während der Autofahrt, da das Tippen beim Lenken das Crash-Risiko um das 23-fache steigen lässt. Auch andere Konsequenzen sind feststellbar, etwa durch die Veränderung von Kommunikationsmustern und Sprache.



bsmo - Redaktion



Quelle: pressetext




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