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Jonglieren verbessert die räumlich-kognitiven Fähigkeiten

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12.02.2010 – Schlauer durch mehr Aktivität? Studien zeigen, dass Bewegung bestimmte Hirnleistungen von Erwachsenen und Kindern beeinflussen kann.

In den letzten Jahren hat sich in der Öffentlichkeit ein verstärktes Bewusstsein dafür entwickelt, dass Bewegung gut tut, sowohl körperlich als auch emotional. So ist es nicht verwunderlich, dass in zahlreichen Initiativen für Sport und dessen positive Auswirkungen geworben wird. Darüber hinaus gewinnt Bewegung in der Schulpädagogik wieder mehr an Bedeutung. "Kinder, die viel draußen spielen, haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen und sind sogar besser im Mathematikunterricht": Dies ist eine weit verbreitete Auffassung, die viele Eltern kennen. Doch ist diese Aussage aus wissenschaftlicher Sicht gesehen wahr? Können Wissenschaftler Aussagen darüber treffen, ob Kinder automatisch mathematisch schlauer werden und bessere Schulnoten z.B. in Mathematik erzielen, wenn sie sich mehr bewegen? Wenn das so ist, wäre es eine notwendige Konsequenz, den kognitiven Unterricht durch einen vermehrten motorischen Unterricht zu unterstützen!

Diesen Fragen ging eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. Petra Jansen vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Regensburg nach. Die Regensburger Forscher untersuchten in diesem Zusammenhang den Einfluss des Jonglierens auf die mentale Rotationsleistung von Erwachsenen und Kindern (8-14 Jahre). Unter mentaler Rotation versteht man die Fähigkeit, sich Objekte gedreht vorstellen zu können. Diese Aufgabe ist ein wesentliches Testverfahren zur Erfassung des visuell-räumlichen Vorstellungsvermögens. Die Ergebnisse der Erwachsenen-Studie waren im International Journal of Sport Psychology erschienen.

Im Rahmen der Studien führten die Erwachsenen und Kinder zunächst einen mentalen Rotationstest am Computer durch. Bei diesem Test wurden zwei Würfelfiguren nebeneinander präsentiert, wobei die linke Figur im Vergleich zur rechten Figur rotiert war. Die Aufgabe der Versuchspersonen bestand darin, so schnell wie möglich zu entscheiden, ob die beiden Figuren gleich oder gespiegelt sind.

In der Erwachsenenstudie nahm nach dem Rotationstest die Hälfte der Versuchspersonen an einem dreimonatigen Jongliertraining teil, während die andere Hälfte kein Training erhielt. In der Kinderstudie erhielt ebenfalls die Hälfte der Versuchspersonen ein dreimonatiges Jongliertraining und die andere Hälfte nahm an einem leichten Krafttraining teil. Im Anschluss unterzogen sich alle Versuchspersonen noch einmal einem mentalen Rotationstest. Um eine Aussage darüber zu gewinnen, ob die Kinder und Erwachsenen sich zwischen dem ersten und dem zweiten mentalen Rotationstest verbesserten, wurden die Entscheidungszeit und die Rate der Fehler gemessen.

Die Ergebnisse der Forscher belegen, dass sich die Gruppe der Probanden, die an dem Jongliertraining teilnahmen, im Vergleich zu der anderen Hälfte der Versuchspersonen (sowohl der Kontrollgruppe der Erwachsenen, die kein Training erhielt, als auch der Kontrollgruppe der Kinder, die ein leichtes Krafttraining erhielt) wesentlich verbessern konnte. Dieser Befund erhärtet die Vermutung, dass ein spezielles Training die spezifisch räumlich-kognitiven Fähigkeiten verbessern kann.

Auf der Grundlage dieser Studien möchte die Regensburger Gruppe ihre Arbeit fortsetzen. Eine mögliche Erweiterung des Forschungsfeldes bieten die ausdauer- und schnelligkeitsorientierten Sportarten. Gibt es auch hier einen Zusammenhang zwischen Bewegung und räumlich-kognitiven Fähigkeiten und wenn ja, wie lässt sich dieser begründen? Letztendlich müsste, so Prof. Jansen, auch untersucht werden, inwieweit diese Erkenntnisse einen direkten Einfluss auf die schulischen Leistungen von Kindern haben.



bsmo - Redaktion



Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

Universität Regensburg




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