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Stress- und Angstreaktion in sozialen Situationen werden näher erforscht

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15.03.2010 – Ängste gehören zum Leben und sind eine natürliche Schutzfunktion. Nehmen sie jedoch überhand, können sich Angststörungen oder Phobien entwickeln. Ein neues Forschungs-programm geht den psychischen, körperlichen und genetischen Prozessen auf den Grund.

Seit Beginn des Jahres läuft an der TU Dresden eine Untersuchung zu den Zusammenhängen zwischen Stress und Angst in sozialen Situationen. Um die Ursachen von übergroßer Zurückhaltung, Lampenfieber und Prüfungsangst besser analysieren zu können, kooperieren die Institute für Klinische Psychologie/Psychotherapie und Biopsychologie in einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie. In den nächsten zwei Jahren sollen dazu über 80 Patienten und 40 Kontrollpersonen untersucht werden.

Etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung entwickeln irgendwann in ihrem Leben eine Soziale Angststörung (Soziale Phobie). Menschen mit einer Sozialen Phobie leiden unter starken und anhaltenden Ängsten in sozialen und Leistungssituationen. Sie befürchten, sich peinlich zu verhalten oder einen negativen Eindruck zu hinterlassen. "Typische Situationen können z. B. eine Rede vor einer Gruppe oder Gespräche mit Autoritätspersonen sein," erklärt Projektmitarbeiter Dipl.-Psych. David Bräuer: "Betroffene ertragen die Situation nur unter sehr starken Ängsten oder sie vermeiden die Angst auslösenden Situationen ganz. Das führt oft zu erheblichen Leiden und folgenschweren Beeinträchtigungen in der Lebensführung." Unbehandelt kann das Wechselspiel aus Ängsten und Vermeidungsverhalten zu Problemen in der beruflichen Leistungsfähigkeit führen. Aber auch soziale Aktivitäten, wie die Aufnahme freundschaftlicher oder intimer Beziehungen, sind oft nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Folgeprobleme, wie z.B. Depressionen oder Substanzmissbrauch, sind sehr häufig.

In einer der weltweit ersten Studien untersuchen Prof. Jürgen Hoyer (Klinische Psychologie) und Prof. Clemens Kirschbaum (Biopsychologie), welche psychischen, körperlichen und genetischen Prozesse die Reaktion von Menschen in stressreichen sozialen Situationen beeinflussen. Gleichzeitig wird bei einer Gruppe von Patienten analysiert, inwieweit sich durch eine Psychotherapie nicht nur die soziale Ängste verändern, sondern auch die mit ihnen verbundenen Stressreaktionen. "Wir wissen, dass Menschen mit Sozialer Phobie in sozialen Situationen mehr Angst erleben und deutlichere körperliche Reaktionen wie Zittern oder Schwitzen wahrnehmen. Welche hormonellen Prozesse dafür verantwortlich sind und ob wir diese mit der Psychotherapie verändern können, ist aber wissenschaftlich noch wenig untersucht.", sagt Studienleiter Prof. Jürgen Hoyer. "Dieses Wissen ist für ein besseres Verständnis der Sozialen Phobie sowie für die Entwicklung noch wirksamerer Therapien von großer Bedeutung."



bsmo - Redaktion



Quelle: Informationsdienst der Wissenschaft
Technische Universität Dresden
http://tu-dresden.de/




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