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Suchtmittel-Konsum der Deutschen ist zu hoch
27.07.2010 Das Konsumverhalten der Bundesbürger ändert sich kaum. Der Alkohol-und Tabakkonsum, der Gebrauch der Medikamente mit Suchtpotenzialund illegaler Drogen bleibt stabil auf hohem Niveau.
Trauriger Rekord: Deutschland liegt beim Alkoholkonsum weltweit in der Spritzengruppe. Nach Luxemburg, Irland, Ungarn und Tschechien liegen die Deutschen auf Platz fünf. Dies geht aus einer Studie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hervor. Demnach hat im Jahr 2008 jeder Bundesbürger umgerechnet 9,9 Liter reinen Alkohol zu sich genommen. Der Alkoholkonsum bleibt somit weiterhin auf hohem Niveau. Drastisch zugenommen habe demnach auch die Zahl der Menschen, die wegen einer akuten Alkoholvergiftung in die Klinik eingeliefert werden mussten.
Seit Jahren muss von jährlich über 73.000 Todesfällen ausgegangen werden, die auf alkoholbezogene Gesundheitsstörungen zurückzuführen sind. Gut ein Fünftel aller Todesfälle zwischen 35 und 65 Jahren sind alkoholbedingte Todesfälle, allein bei den Männern dieser Altersgruppe ein Viertel aller Todesfälle. In Deutschland konsumieren insgesamt 9,5 Mio. Menschen Alkohol in gesundheitlich riskanter Weise. Dies liegt vor, wenn Frauen mehr als 12 g und Männer mehr als 24 g Alkohol täglich zu sich nehmen. Rund 1,3 Mio. Menschen gelten als alkoholabhängig.
Erfreulich ist dagegen der Rückgang des Tabakverbrauchs. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Zigaretten ging 2008 von 1.112 Stück (2007) auf 1.068 Stück zurück. Die Maßnahmen zur Reduzierung des Tabakkonsums wie die weitgehende Einschränkung der Werbung für Tabakerzeugnisse und das Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen, Verkehrsmitteln und Gaststätten zeigen somit Erfolge. Jährlich sterben jedoch immer noch 110.000 bis 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.
Ein besonderes Augenmerk legt die DHS auch auf die Suchtproblematik der Medikamente mit Suchtpotenzial. Ein seit Jahrzehnten verkannter und wenig erforschter Gefährdungsbereich. 4 5 % aller häufig verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Suchtpotenzial und sind verordnungspflichtig. Schätzungsweise ein Drittel dieser Mittel werden nicht wegen akuter Probleme, sondern langfristig zur Suchterhaltung und zur Vermeidung von Entzugserscheinungen verordnet. Fast 3 Mio. Menschen sind Schätzungen zufolge abhängig von Medikamenten mit Suchtpotenzial.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen stellt fest, dass eine gesellschaftliche Diskussion über die Risiken und Folgen des Suchtmittelkonsums, öffentliche Maßnahmen zur Konsumreduzierung und staatliche Präventionsmaßnahmen Wirkung zeigen.
bsmo - Redaktion
Quelle:
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
www.dhs.de





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