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Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft erhöht MS-Risiko
27.07.2010 Ein Vitamin-D-Mangel der Mutter in der Frühschwangerschaft könnte ein Risikofaktor dafür sein, dass das Kind an Multipler Sklerose erkrankt. Laut einer australischen Studie war die Wahrscheinlichkeit beim Kind, später an MS zu erkranken, umso größer, je weniger die werdende Mutter in den ersten 13 Wochen dem Sonnenlicht ausgesetzt war.
Geografischer Ort und Monat der Schwangerschaft bestimmen das Risiko eines Kindes, im späteren Leben an einer multiplen Sklerose zu erkranken. Der gemeinsame Nenner könnte nach einer Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: c1640) eine geringe UV-Exposition und damit ein Vitamin D-Mangel in der Frühschwangerschaft sein.
Seit langem ist bekannt, dass die Prävalenz der multiplen Sklerose mit der geographischen Breite steigt. Dies trifft nicht nur auf die Nordhalbkugel zu, auch in Australien ist die Erkrankung im Süden also in höheren Breiten häufiger. Hinzu kommt eine Assoziation mit dem Geburtsmonat.
In Europa erkranken Kinder, die im Mai/Juni geboren wurden, häufiger an einer Multiplen Sklerose. In Australien gibt es einen Altersgipfel im November-Dezember. Beide Male fällt die Frühschwangerschaft in die sonnenärmeren Wintermonate.
Eszter Vasenszky von der Universität Melbourne hat aus der geografischen Breite des Wohnorts und dem Termin der Schwangerschaft die UV-Exposition der Schwangeren berechnet und diese mit der späteren Erkrankungsrate in Australien in Beziehung gesetzt.
Dabei stellte sich heraus, dass die UV-Exposition im ersten Trimenon entscheidend ist: Sie steht in einer (nahezu) lineraren inversen Korrelation zur Prävalenz der Erkrankung, sprich: Je weniger UV-Licht die Schwangere in den ersten drei Monaten ausgesetzt ist, desto größer ist das Risiko einer multiplen Sklerose für ihr Kind.
Die Autorin vermutet, dass ein Mangel an Vitamin D, das unter UV-Einfluss in der Haut gebildet wird (wenn es nicht mit der Nahrung zugeführt wird), für die erhöhte Krankheitsneigung verantwortlich ist. Vitamin D werde für die Entwicklung des zentralen Nervensystems benötigt, vermutet die Forscherin.
Ein Mangel könne die Myelinisierung der Markscheiden beeinträchtigen (die allerdings erst in der Spätschwangerschaft erfolgt). Vitamin D könne auch eine immunmodulatorische Wirkung haben und allgemein vor Autoimmunerkrankungen schützen.
Ob dies zutrifft, könnte nur durch eine randomisierte Studie, geklärt werden, in der Schwangere mit Vitamin D substituiert werden müssten. Wegen der geringen Prävalenz der Multiplen Sklerose und der langen Beobachtungszeit erscheint eine derartige Studie jedoch nicht realistisch.
bsmo - Redaktion
Quelle:
Deutsches Ärzteblatt
www.aerzteblatt.de





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